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April 2004 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 52, Number 2 - April 2004 - German

 

Cam Perry, Heraklit und Hypnose: Ein anerkennendes Verstehen
Kevin M. McConkey und Peter W. Sheehan

Zusammenfassung: Die Autoren fassen den persönlichen, geistigen und sozialen Einfluss des Lebens und Forschens von Campbell Perry (1937-2003)  auf dem Gebiet der Hypnose zusammen. Seine Ausbildung in Australien spiegelte die Einflüsse einer öffentlichen Grundschule, einer angesehenen Sekundarschule sowie der Arbeit als Student an Australiens ältester Universität wider. Seine Herangehensweise an Hypnose wurde anfänglich von Gordon Hammer und Philip Sutcliffe geprägt. Sein Leben im allgemeinen war beeinflusst von John Anderson, dem Leiter der Libertarian Society, die den intellektuellen Kern einer breiter angelegten Gruppe namens „The Push“  darstellte. Diese Gruppe vertrat zum Teil das Gedankengut des präsokratischen Philosophen Heraklit, welcher glaubte, Veränderung stelle die einzige Form von Realität dar. Der Artikel beschreibt Perrys Arbeiten zu Themen wie Hypnose und Gedächtnis, seine Beiträge zu nicht zurückgenommenen hypnotischen Suggestionen, zu Schmerz und Operationen sowie zum Vorstellungsvermögen und zur Hypnotisierbarkeit. Unserer Ansicht nach war Cam ein Mann von freundlicher Sanftheit, ausgestattet mit vielen besonders menschlichen Eigenschaften, darunter Intelligenz, Integrität und Loyalität.

 

Die historische Rolle der Hypnose in den theoretischen Ursprüngen der Übertragung
Melvin A. Gravitz

Zusammenfassung: Das bedeutsame Konstrukt der Übertragung durchlief eine sukzessive Evolution vom Altertum  bis in die heutige Zeit. Lange vor Franz Anton Mesmer gab es Philosophen, Theoretiker und Mediziner, die den Einfluss interpersonaler Beziehungen auf Gesundheit und Krankheit betonten. Obwohl er den Animalischen Magnetismus im wesentlichen als ein dynamisches, physikalisches Fluidum entwarf, war sich Mesmer auch im klaren über die Bedeutung von Rapport und Affekt bei der Verbesserung der Magnetischen Behandlung. Später bauten die Neo-Mesmerianer, besonders Puységur und Deleuze, auf solchen Theorien auf. Diese Orientierung hielt durch das 19. Jahrhundert hindurch an bis hin zu Freud, der das Konstrukt der Übertragung aus seiner persönlichen Erfahrung mit Hypnose ableitete. Seitdem wurde es zu einem integralen Bestandteil der modernen psychodynamischen Theorie und Praxis.

 

Vier Jahrzehnte Gruppen-Hypnose-Skalen: Was sagt die Item-Response-Theorie darüber aus, was wir gemessen haben?
Pamela Sadler und Erik Z. Woody

Zusammenfassung: Um die Schwierigkeiten früherer psychometrischer Ansätze mit Hypnose-Skalen zu überwinden, führten die Autoren eine Faktorenanalyse (Methode mit voller Information), basierend auf multidimensionaler Item-Response-Theorie (IRT), mit einer sich über 39 Jahre erstreckenden Stichprobe von 11.517 Datensätzen der Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility, Form A (HGSHS:A) durch. Ebenfalls wurde eine vergleichbare Analyse mit der Standardisierungsstichprobe der Waterloo-Stanford Group C Scale (WSGC) berechnet. Die HGSHS:A stellte sich als zweifaktoriell heraus, während die WSGC eher Eindimensionalität erreicht. Faktorstruktur und Mittelwerte der HGSHS:A weisen nur geringfügige Veränderungen über die letzten vier Jahrzehnte hinweg auf. Eine auf der  IRT basierende Analyse der HGSHS:A deutet jedoch darauf hin, dass Probleme wie etwa „Pseudo-Raten“ bei zwei Items die Güte des Item-Satzes begrenzen. Die Autoren stellen alternative, substantielle Interpretationen der Traits vor, welche der 2-Faktoren-Struktur zugrunde liegen könnten.

 

Durchblicken: Suggestion, Hypnose, Aufmerksamkeit und Sehschärfe.
Amir Raz, Gerald P. Marinoff, Zohar R. Zephrani, Heather R. Schweizer und Michael I. Posner

Zusammenfassung: Einige Studien behaupten, dass positive Suggestion (z. B. durch Einsatz von Hypnose) die Sehschärfe (z. B. bei Myopie) signifikant verbessern kann. Basierend auf behavioralen, neurokognitiven und ophthalmologischen Befunden, liefern die Autoren eine kritische Darstellung zur Prüfung und zum Widerspruch gegenüber einigen dieser Daten. Während die Verdienste von Hypnose bei der Untersuchung visueller Phänomene anerkannt werden, lassen eine Reihe von Argumenten Zweifel an dem vermeintlichen Einfluss von Suggestion auf die Sehschärfe angebracht erscheinen. Die Autoren argumentieren, dass vermutlich weder Suggestion noch hypnotische Phänomene myopisches Sehen bedeutsam verbessern können und machen deutlich, dass eine verantwortungsbewusste wissenschaftliche Haltung - zusätzlich zu dem, was Hypnose und Suggestion leisten können - auch sorgfältig darlegen sollte, was sie nicht leisten können. Es scheint wahrscheinlich, dass der geringe, scheinbare Einfluss von Suggestion auf die Sehschärfe von Veränderungen in der Aufmerksamkeit vermittelt wird. Die Autoren skizzieren, wie Aufmerksamkeit die Sehschärfe beeinflussen kann.

 

Realitätsprüfung in Hypnose: Eine Pilotstudie
Richard A. Bryant und David Mallard

Zusammenfassung: In einer Pilotuntersuchung zur Realitätsprüfung in Hypnose erhielten zehn hoch- und zehn niedrigsuggestible Teilnehmer die hypnotische Suggestion, eine visuelle Form auf einer Wand zu halluzinieren. Bei der Hälfte der Teilnehmer wurde beim Beginn der Suggestion ein Bild schwach auf die Wand projiziert und später entfernt. Bei den anderen Versuchspersonen war das Bild zu Beginn nicht vorhanden und wurde später eingeblendet. Die Teilnehmer gaben Einschätzungen der Glaubhaftigkeit der Suggestion während der Hypnose ab und lieferten während einer späteren Sitzung über die Technik der Erfahrungsanalyse Selbstberichte über die Suggestion. Gut hypnotisierbare Teilnehmer, bei denen das Bild am Ende der Suggestion eingeblendet wurde, lieferten bei vorhandenem Bild vergleichbare Glaubhaftigkeitsurteile ab wie bei nicht vorhandenem Bild. Demgegenüber berichteten gut hypnotisierbare Versuchspersonen, denen das eingeblendete Bild früher dargeboten wurde, eine geringere Glaubhaftigkeit, wenn das Bild eingeblendet war als wenn es nicht eingeblendet war. Schwach hypnotisierbare Teilnehmer bewerteten die Halluzination als stärker, wenn das Bild eingeblendet war als wenn es nicht eingeblendet war. Diese vorläufigen Daten werden unter Bezugnahme auf die Entwicklung eines Paradigmas zur objektiven Erfassung der wahrgenommenen Realität von hypnotisch suggerierten Erfahrungen diskutiert.

 
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