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July 2004 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 52, Number 3 - July 2004 - German

 

Kurzzeit-Hypnotherapie bei schwerer Depression in Verbindung mit sexueller Traumatisierung: Ein Fallbericht
William H. Smith

Zusammenfassung: Traumatische Ereignisse unterschiedlicher Art resultieren in den mittlerweile bekannten Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Es wurden bereits viele Darstellungen veröffentlicht , welche die hilfreiche Rolle von Hypnose bei der Verbesserung der Symptomatik belegen, wenn die Symptome unmittelbar oder auch verzögert nach dem traumatischen Ereignis einsetzen. Bei einigen Patienten jedoch ereignet sich ein Zusammenbruch der adaptiven Funktionen erst nach langen Perioden relativ symptomfreien Lebens. Bei solchen Individuen kann es geschehen, dass die Relevanz des vorangegangenen Traumas für das gegenwärtige Problem von ihnen selbst oder den Behandelnden nicht erkannt wird. Diese Fallstudie stellt einen Versuch dar, Behandlungsstrategien, die in solchen Situationen hilfreich sein können, am Beispiel eines guten Therapieerfolgs bei einer schwer erkrankten Frau zu illustrieren, bei der  Hypnose integraler Bestandteil einer kurzen, aber intensiven, stationären Therapie war.

 

Können Anekdoten das Verständnis von Hypnose erleichtern?
Campbell Perry

Zusammenfassung: Dieser Artikel hebt die Bedeutung von Anekdoten -  in Verbindung mit experimentellen Daten und sorgfältiger klinischer Beobachtung – zum Verständnis von Hypnose hervor. Es werden Anekdoten angeführt, die sich auf a) interindividuelle Unterschiede in der Hypnotisierbarkeit beziehen, b) auf die Stereotype gegenüber Hypnose, c) auf die Wichtigkeit vorsichtiger Formulierungen, c) darauf, dass Hypnose zum Teil, wenngleich nicht gänzlich,  die kritische Urteilsfähigkeit aufheben kann, was es der hypnotisierten Person ermöglicht, Vorstellungen und Phantasien zu erzeugen, e) auf Konfabulation bei hypnotischer Altersregression, f) auf die Unterscheidung zwischen hypnotischen und therapeutischen Suggestionen, g) auf die Natur hypnotischer Suggestionen und h) auf einige Erfahrungen mit dem posthypnotischen Andauern nicht zurückgenommener Suggestionen.

 

Ein empirischer Test der Theorie der Dissoziierten Kontrolle der Hypnose von Woody und Bowers
Graham A. Jamieson und Peter W. Sheehan

Zusammenfassung: Die Theorie der dissoziierten Kontrolle von Woody und Bowers sagt schlechtere Leistungen unter Hypnose bei solchen Aufgaben voraus, welche frontal vermittelte überwachende Aufmerksamkeitsfunktionen messen. Dies gilt insbesondere für hoch hypnotisierbare Versuchspersonen. Diese Vorhersage wurde unter Verwendung der Verhaltensleistung bei der Stroop-Aufgabe  getestet , welche zur Messung von Aspekten der anterior vermittelten überwachenden Aufmerksamkeitsfunktionen (supervisory attentional system) eingesetzt wurde. Alle Maße anterior vermittelter Aufmerksamkeitsfunktionen fielen unter Hypnose signifikant ab. Interaktionen zwischen der Susceptibilitäts- und Hypnose-Bedingung zeigten spezifische Veränderungen bei hypnotisierten hoch susceptiblen Versuchspersonen an. Die Stroop–Fehler (Fehler aufmerksamkeitsbezogener Unterdrückung) waren in Hypnose höher für die hoch susceptiblen Versuchspersonen, aber nicht für die niedrig susceptiblen Teilnehmer. Tellgens „experiential mental set“ war am höchsten für die hypnotisierten hoch susceptiblen Versuchspersonen. Der Gebrauch einer Rehearsal-Strategie (instrumentelles Set) sank in Hypnose signifikant ab, jedoch stärker für die hoch als für die niedrig susceptiblen Versuchspersonen. Die Ergebnisse legen nahe, dass „Absorption“ unter Hypnose eine Folge dissoziierter anteriorer Aufmerksamkeitskontrolle sein könnte. Es wird erörtert, dass dissoziierte Kontrolle durch die funktionelle Unterbrechung der Verbindung zwischen dem linken dorsolateralen Präfrontalcortex und dem anterioren cingulären Cortex entstehen könnte.

 

Eine Rasch-Analyse der Stanford Hypnotic Suceptibility Scales, Form C
Gérard W.B. Näring, Kees A.L. Hoogduin und Charlotte M.P. Keijser

Zusammenfassung: Die psychometrische Struktur der Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C (SHSS:C) wurde unter Verwendung der Daten von 279 Versuchspersonen mit einer Rasch-Analyse untersucht. Das Rasch-Modell ist das Modell der Wahl, weil es den Gebrauch von Summenscores als ein Maß des zugrundeliegenden Konstrukts rechtfertigt. Die Rasch-Analyse ergab, dass die Verwendung eines einzigen Summenscores (der Anzahl der erfolgreich umgesetzten Suggestionen) zur Kennzeichnung der hypnotischen Fähigkeit nicht ausreichend gerechtfertigt ist. Allerdings zeigt sich, dass das Weglassen der Items Mosquito-Halluzination und Anosmie dazu führt, dass die SHSS:C die Erfordernisse der Eindimensionalität, der lokalen stochastischen Unabhängigkeit und der Äquidiskriminabilität erfüllt. Daher ist die Verwendung von Summenscores bei der gekürzten Version mit 10 Items möglich.

 

Posthypnotische Amnesie für autobiographische Ereignisse: Beeinflussung der Zugänglichkeit des Gedächtnisses und der Gedächtnisqualität
Amanda J. Barnier, Kevin M. McConkey  und Jonathan Wright

Zusammenfassung: Die Autoren untersuchten den Einfluss der posthypnotischen Amnesie auf die Zugänglichkeit und die Qualität von Gedächtnisinhalten in Bezug auf persönliche Erinnerungen. Hoch, mittel und schwach hypnotisierbare Versuchspersonen erinnerten zwei autobiographische Episoden und beurteilten ihre Erinnerungen. Unter Hypnose wurde eine Suggestion zur posthypnotischen Amnesie gegeben, welche sich auf eine der beiden Erinnerungen bezog. Nach der Hypnose erinnerten die Versuchspersonen die Episoden und beurteilten ihre Erinnerungen. Die Suggestion zur posthypnotischen Amnesie beeinflusste die Zugänglichkeit und Qualität des autobiographischen Gedächtnisses bei hoch und einigen der mittel, jedoch nicht bei den schwach hypnotisierbaren Teilnehmer. Diese Befunde werden in Bezug auf die Untersuchung und das Verständnis des Einflusses von posthypnotischer Amnesie auf das autobiographische Gedächtnis diskutiert.

 

Funktionelle Bildgebung und die Induktion traumatischen Wiedererlebens; Ein kreuz-korrelationaler  Überblick über Bildgebung und Hypnose
Eric Vermetten und J. Douglas Bremner

Zusammenfassung: Die verhaltensbezogenen und psychophysiologischen Änderungen während des Wiedererlebens bei Patienten mit Traumastörungen gleichen häufig Phänomenen, die in Hypnose beobachtet werden. Bei Studien zum emotionalen Wiedererleben wie auch bei bildgebenden Studien hypnotischer Prozesse sind ähnliche Gehirnstrukturen beteiligt: Thalamus, Hippocampus, Amygdala, medialer präfrontaler Cortex, anteriorer cingulärer Cortex. Dieser Artikel konzentriert sich auf Zusammenhänge zwischen traumatischem Wiedererleben und hypnotischen Reaktionen und gibt eine Übersicht über Korrelationen zwischen der Beteiligung von Gehirnstrukturen beim traumatischen Wiedererleben und Prozessen, die auch bei der Ansprechbarkeit auf Hypnose beteiligt sind.  Um die Einheitlichkeit der Ergebnisse bildgebender Verfahren speziell für Studien zum traumatischen Wiedererleben zu verbessern, sollte auf die Standardisierung von hypnotischen Variablen, die Isolierung der relevanten emotionalen Prozesse (state) sowie auf die Erhebung von trait-bezogenen Unterschieden geachtet werden.

 

Der Einfluss von Bühnenhypnose auf das Publikum und die Teilnehmer
James MacKillop, Steven Jay Lynn und Eric Meyer

Zusammenfassung: Jeweils vor und nach einer Bühnenhypnoseshow  füllten 67 Besucher den Hypnotic Attitude Questionnaire (HAQ) sowie die Posthypnotic Experience Scale (PES) aus und beantworteten einige Fragen zur Einstellung gegenüber dem Auftreten in der Öffentlichkeit. Die Meinungen des Publikums über Hypnose (HAQ Gesamt- sowie Faktor-Scores) , die Erfahrungsberichte (PES Faktor-Scores: Valenz, Ärger/Reizbarkeit, Angst) und die Antworten auf Fragen zum Auftreten in der Öffentlichkeit veränderten sich nach der Darbietung in positiver Richtung. Diejenigen, die an der Show teilgenommen hatten, berichteten keine signifikanten Veränderungen zwischen den Messzeitpunkten vor und nach der Show.  Allerdings gab es Anzeichen dafür, dass die Teilnehmer, schon bevor sie  an dem Auftritt mitwirkten, insgesamt günstige Einstellungen gegenüber Hypnose und gegenüber dem Auftreten hatten.

 
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