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January 2005 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 53, Number 1 - January 2005 - German

 

201111
Gassners Exorzismus – nicht Mesmers Magnetismus – ist der wahre Vorläufer der modernen Hypnose
Burkhard Peter

Zusammenfassung: Üblicherweise wird Mesmer – nicht Gassner – als wahrer Vorläufer der modernen Hypnose - und damit der Psychotherapie – angesehen. Der Autor stellt diese allgemein akzeptierte Sicht in Frage und behauptet, dass Gassners therapeutischer Ansatz wesentlich elaborierter und psychologischer war als der Ansatz Mesmers. Im Lichte des gegenwärtigen Verständnisses psychotherapeutischer und hypnosetherapeutischer Techniken können Gassners Methoden als eine Form von hypnotischem Selbstkontrolltraining beschrieben werden. Der Autor beschreibt Gassners  Art von Exorzismus sowie dessen Ähnlichkeit mit der Hypnosetherapie  und geht auf die personalen und soziokulturellen Faktoren ein, welche die Debatte und Gassners Theorie und Vorgehensweise beeinflussen. Es handelt sich dabei um die schärfste Auseinandersetzung im Rahmen der Aufklärung, die in München um 1775 stattfand, und Mesmer spielte dabei eine wichtige Rolle. Der Autor erörtert, ob Pater Gassner anstelle von Mesmer der eigentliche Vorläufer der modernen Hypnose ist.

 

105128
Reality Monitoring in Hypnosis: A Real-Simulating Analysis
Richard A. Bryant and David Mallard

Zusammenfassung: Das Ausmaß zu dem hypnotische Suggestionen als echt wahrgenommen werden ist zentral für das Verständnis hypnotischer Reaktionen. Diese Studie überprüfte den Realitätscharakter, der hypnotischen Suggestionen beigemessen wird, durch eine feine Projektion eines Bildes wobei gleichzeitig die Suggestion zu einer visuellen Halluzination einer solchen Gestalt  gegeben wurde. 20 tatsächlich hypnotisierte und 20 Hypnose nur vortäuschende Teilnehmer erhielten dieselbe hypnotische Induktion gefolgt von der Suggestion, eine Form zu halluzinieren, woraufhin die projizierte Form angeschaltet wurde. Nach der Hypnosesitzung wurden unter Verwendung einer Technik zur Feststellung gemachter Erfahrungen  die erlebten Reaktionen erhoben. Die tatsächlich hypnotisierten, nicht aber die Hypnose nur vortäuschenden Teilnehmer, gaben für Durchgänge bei denen die Projektion angeschaltet war ähnliche Bewertungen ab wie für die Durchgänge ohne Projektion. Die tatsächlich hypnotisierten, nicht aber die Hypnose nur vortäuschenden Teilnehmer, berichteten eine stärkere Anstrengung beim Versuch, den Glauben an die Suggestion aufrechtzuerhalten, wenn die Projektion ausgeschaltet war. Diese Befunde legen nahe, dass der Realitätscharakter, der hypnotischen Suggestionen zugeschrieben wird, nicht auf situationale Anforderungen zurückgeht.

 

201104
Hypnotic Emotional Numbing: A Study of Implicit Emotion
Richard A. Bryant

Zusammenfassung: Zwanzig gut hypnosefähigen und zwanzig wenig hypnosefähigen Teilnehmern wurde im Anschluss an eine hypnotische Induktion  emotional unangenehme und neutrale Bilder gezeigt. Die Hälfte der Versuchspersonen erhielt Suggestionen zur emotionalen Taubheit. Die Teilnehmer sollten daraufhin die Valenz von neutralen Bildern bewerten, denen subliminal präsentierte negative oder neutrale Bilder vorangingen. Die gut Hypnosefähigen, welche zuvor die Suggestion zur emotionalen Taubheit erhalten hatten, gaben vergleichbare Bewertungen der Wörter, welche negativen oder neutralen Bildern gefolgt waren. Die gut hypnosefähigen Teilnehmer ohne diese Suggestion und die wenig hypnosefähigen Teilnehmer beider Bedingungen hingegen gaben positivere Bewertungen der Wörter ab, die den negativen Bildern gefolgt waren. Diese Befunde legen nahe, dass die subliminal dargebotenen negativen Stimuli dazu führten, dass die Teilnehmer die darauf folgenden neutralen Wörter positiver einstuften. Demgegenüber verminderte die suggerierte emotionale Taubheit dieses Reaktionsmuster bei den gut hypnosefähigen Versuchspersonen. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf den Einfluss der hypnotisch vermittelten emotionalen Taubheit  auf präattentive Verarbeitungsstufen diskutiert.

 

Die Phänomenologie tiefer Hypnose: Ruhig und körperlich aktiv
Etzel Cardeña

Zusammenfassung: Zur Untersuchung der Phänomenologie hypnotischer Virtuosen wurde ein 2 (Hypnose, Kontrolle) *3 (ruhig,  auf einem stationären Fahrrad tretend, auf dem durch einen Motor angetriebenen stationären Fahrrad sitzend)-within-subjects-Design mit quantitativen und qualitativen Maßen eingesetzt. In einem Kontext “neutraler Hypnose”, wobei lediglich die Suggestion bestand, so tief wie möglich in Hypnose zu gehen, berichteten die Versuchspersonen Veränderungen im Körperschema, der Zeitwahrnehmung, der Wahrnehmung und Bedeutung, dem Erleben eines veränderten Bewusstseinszustands, des Affekts, der Aufmerksamkeit und der Vorstellungstätigkeit. Weiter erwähnten die Teilnehmer verminderte Selbstaufmerksamkeit, Rationalität, willentliche Kontrolle und Erinnerung. Die Auswertung der drei körperlichen Bedingungen zeigte, dass die hypnotischen Erfahrungen insgesamt ähnlich abliefen, obgleich die Ruhebedingung zu stärkeren Veränderungen des Körperschemas und Berichten größerer Hypnosetiefe führte. Diese Befunde legen nahe, dass hypnotische Virtuosen Veränderungen im Bewusstsein erleben, welche sich besser als distinkte Zustände – im Gegensatz zu anderen Positionen auf einem Kontinuum – charakterisieren lassen.

 

201134
“Hypnopuncture”—A Dental Emergency Treatment Concept for Patients with a Distinctive Gag Reflex
Stephan Eitner, Manfred Wichmann, and Stefan Holst

Zusammenfassung: Im vorliegenden Fallbericht wird eine neu entwickelte zahnärztliche Technik für Patienten mit einem ausgeprägten Würgereflex beschrieben. “Hypnopunktur” ist eine Kombinationsbehandlung aus Hypnose und Akupunktur. Ihre einfache, schnelle und effektive Einsatzmöglichkeit unabhängig vom Behandlungsanlass machen sie zu einem wertvollen Werkzeug der zahnärztlichen Notfallbehandlung. Physiologische und psychologische Aspekte des Würgens werden gleichzeitig beeinflusst. Das Protokoll wird am Beispiel eines 76jährigen Patienten mit schwerem Schluckreflex dargestellt, der mit diesem Ansatz erfolgreich behandelt werden konnte. Wichtige und effektive Messinstrumente aus dem Bereich der Akupunktur und der Hypnose werden dargestellt.

 

201135
A Long-Term Therapeutic Concept for Patients with a Severe Gag Reflex
Stephan Eitner, Manfred Wichmann, and Stefan Holst

Zusammenfassung: ”Hypnopunktur” ist eine Kombinationsbehandlung bestehend aus Hypnose und Akupunktur. Das Konzept stellt einen therapeutischen Ansatz für die Langzeitbehandlung von Patienten mit ausgeprägtem Schluckreflex dar. Das Konzept kann unabhängig vom Bahndlungsanlaß eingesetzt werden. In der zahnärztlichen Notfallbahnadlung ist die unmittelbare Compliance des Patienten von äußerster Wichtigkeit. Das langfristige Ziel ist die Kontrolle des Würgereflexes. Ein neues Behandlungsprotokoll wird am Beispiel eines 50jährigen Patienten mit schwerem Würgereflex dargestellt. Nach nur fünf Sitzungen konnte die Behandlung ohne weitere Hilfsmittel durchgeführt werden. Hypnose wird als ”Hypnosedation” (nicht als Psychotherapie) eingesetzt, während Stereognosis eine zentrale Position im Rahmen der Desensibilisierung einnimmt.

 

Salient Findings: A potentially groundbreaking study on the neuroscience of hypnotizability, a critical review of hypnosis' efficacy, and a close look at the neurophysiology of conversion disorder.
Michael R. Nash
University of Tennessee

Wichtige Befunde: Eine richtungweisende Untersuchung zur neurowissenschaftlichen Fundierung der Hypnosefähigkeit, eine kritische Übersicht über die Effektivität der Hypnose und eine Untersuchung zur Neurophysiologie der Konversionsstörung

Zusammenfassung: Drei Artikel von besonderem Interesse für Forscher und Kliniker sind in der letzten Zeit in der wissenschaftlichen Literatur erschienen. Bei zwei dieser Artikel handelt es sich um Untersuchungen, welche bildgebende Verfahren einsetzen (eine Studie mit MRI, eine mit PET). Beim dritten Artikel handelt es sich um eine umfassende Übersicht der empirischen Befunde zum klinischen Einsatz von Hypnose in der pädiatrischen Onkologie. Die MRI-Untersuchung  ist außergewöhnlich, da hier zum ersten Mal Unterschiede zwischen gut und wenig Hypnosefähigen in der Gehirnmorphologie dokumentiert werden. Falls diese Befunde replizierbar sind, könnte es sich um die bedeutendste Leistung seit der Entwicklung der Stanford-Hypnoseskalen vor 45 Jahren handeln. Die PET-Studie stellte Unterschiede in der Gehirnaktivität bei willentlich vorgetäuschter  und subjektiv real erfahrener Paralyse fest. Der Übersichtsartikel prüft  kritisch die empirischen Befunde zur Effektivität der Hypnose bei der Schmerzkontrolle im Bereich der pädiatrischen Onkologie.

 
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