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July 2006 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 54, Number 3 - July 2006 - German

 

Hypnose-Schnellinduktion über Fingerelongation: Eine Kurzmitteilung
Stephan Eitner, Manfred Wichmann und Andreas Schlegel

Zusammenfassung: Diese klinische Pilotstudie zum Thema Fingerelongation zur Hypnoseinduktion soll die Frage untersuchen, ob die beobachtete Reaktion ein hypnotisches Phänomen oder lediglich eine körperliche Reaktion darstellt. Sechzehn Freiwillige nahmen an der aus fünf Phasen bestehenden Studie teil. Relative und absolute Veränderungen der Länge jedes Fingers wurden zu Beginn und am Ende jeder Phase gemessen. Eine ausgeprägte Verlängerung erwies sich in der Hypnose-Bedingung als statistisch signifikant. Zusätzlich legen die Ergebnisse nach, dass es zu Veränderungen im Mittelhandbereich kam. Dieses Phänomen sollte durch weitere Studien genauer erforscht werden.

 

Kulturelle Sichtweisen und Einstellungen gegenüber Hypnose: Eine Umfrage unter Studierenden in vier Ländern
Joseph P.  Green, Roger A. Page, Rouhangiz Rasekhy, Lissa K. Johnson und Sarah E. Bernhardt

Zusammenfassung: In der vorliegenden Untersuchung wurden Einstellungen und Überzeugungen bezüglich Hypnose an vier Stichproben von Studierenden erfragt, welche die Universität von New South Wales (Australien), die Universität Dortmund (Deutschland), die Ohio State Universität (USA) und die Shaheed Behesti University of Medical Sciences (Iran) besuchten. Insgesamt nahmen 280 Studenten (70 aus jedem Land, Alter zwischen 18 und 25 Jahren) teil und beantworteten drei Fragebögen zu ihren Meinungen und Überzeugungen bezüglich Hypnose.  Obgleich die Antworten auf einige Items zwischen den Ländern variierten, zeigte sich eine bemerkenswerte Ähnlichkeit in den Antworten auf viele Items. Dies legt nahe, dass bestimmte Ansichten und Einstellungen gegenüber Hypnose nicht kulturspezifisch sind.

 

Hypnotisch induzierte emotionale Taubheit: Einfluss von Hypnose und Hypnotisierbarkeit
Richard A. Bryant und Amrita Kapur

Zusammenfassung: In dieser Untersuchung wurden Hypnosefähigkeit und Hypnose bei der Suggestion von emotionaler Taubheit untersucht. 32 hoch- und 32 geringsuggestible Teilnehmer erhielten entweder eine hypnotische oder eine Wachinduktion. Im Anschluss daran wurden ihnen emotional belastende und neutrale Bilder dargeboten, wobei  sie entweder die Suggestion zur emotionalen Taubheit oder eine Kontrollaufgabe erhielten. Die emotionale Reaktion wurde mittels eines Selbstberichtsverfahrens und durch das Elektromyogramm des Corrugator-Muskels erfasst. Gut hypnosefähige Probanden berichteten im Vergleich zu den Geringsuggestiblen eine verminderte emotionale Reaktion und zeigten sowohl in der Bedingung mit Hypnose- als auch mit Wachinduktion reduzierte EMG-Aktivität infolge der Suggestion zur emotionalen Taubheit. Diese Befunde legen nahe, dass eine hohe hypnotische Suszeptibilität – im Gegensatz zur eigentlichen  Hypnose– einen bedeutsamen Mediator der emotionalen Taubheit darstellt. Abschließend wird die Bedeutung individueller Unterschiede bei der emotionalen Taubheit erörtert.

 

Hypnotischer Konflikt: Ein Kurzbericht.
David Mallard und Richard A. Bryant

Zusammenfassung: In zwei Studien wurde die Verarbeitung von Konflikt unter Hypnose untersucht, indem die Helligkeit eines visuellen Reizes bei paralleler Suggestion zu hypnotischer Blindheit schrittweise erhöht wurde. In der ersten Studie, erhielten 23 hoch hypnotisierbare Teilnehmer die Suggestion zu hypnotischer Blindheit gegenüber einem dargebotenen Licht. Bei der Hälfte der Teilnehmer wurde das Licht während der Suggestion immer heller. Urteile und gleichzeitige Messungen mithilfe eines Schiebereglers zeigten, dass die Teilnehmer in der Bedingung mit erhöhtem Konflikt eine verminderte Blindheit berichteten. In der zweiten Studie durchliefen 20 Teilnehmer die nicht-experimentelle Prozedur, um den Einfluss des situationalen Aufforderungscharakters (demand characteristics) in diesem Paradigma zu untersuchen. Vergleichbare Ergebnisse aus beiden Studien deuten darauf hin, dass der Aufforderungscharakter die Reaktion auf hypnotischen Konflikt zu erklären vermag. Die Beschränkungen bei der Anwendung des nicht-experimentellen Verfahrens auf dieses Paradigma sowie der Bedarf nach weiterer Forschung werden diskutiert.

 

Intensiv-Hypnosetherapie zur Raucherentwöhnung: Eine prospektive Studie
Gary Elkins, Joel Marcus, Jeff Bates, M. Hasan Rajab und Teresa Cook

Zusammenfassung: In diesem Artikel wird eine prospektive Pilotstudie einer intensiven Hypnosetherapie zur Raucherentwöhnung vorgestellt. Die Hypnosetherapie bestand aus mehrfachen Einzelsitzungen (acht Sitzungen) über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten, der Individualisierung der hypnotischen Suggestionen und einer supportiven Therapeutenbeziehung. 20 Teilnehmer wurden zufällig einer Gruppe mit intensiver Hypnosetherapie oder einer Wartelistenkontrollgruppe zugeteilt. Das Zieldatum zur Beendigung des Rauchens lag 1 Woche nach Aufnahme der Behandlung. Die Patienten wurden am Ende der Behandlung sowie nach 12 und 26 Wochen evaluiert. Selbstberichtete Abstinenz wurde durch einen Kohlenmonoxid-Test der ausgeatmeten Luft (weniger als 8 ppm) bestätigt. Die Punktprävalenz  für Rauchabstinenz , welche mithilfe die Kohlenmonoxid-Messung objektiviert wurde, lag in der Hypnosetherapie-Gruppe am Ende der Behandlung bei 40%, nach 12 Wochen bei 60% und nach 26 Wochen bei 40% (p < 0.05). 

 

Suggegstibilitätsformen: Beziehungen zwischen Compliance, indirekter und direkter Suggestibilität
Romuald Polczyk und Tomasz Pasek

Zusammenfassung: Die Ansicht, dass direkte und indirekte Suggestibilität nur gering korrelieren, ist weit verbreitet. Erstere bezieht sich auf offene Einflussnahme, bei letzterer hingegen bleibt die Beeinflussungsabsicht verdeckt. In dieser Untersuchung wird gezeigt, dass beide substantiell miteinander in Beziehung stehen, wenn sich beide auf ähnliche Einflussdomänen richten. Eine Regressionsanalyse mit Daten von 55 Studentinnen und 48 Studenten ergab, dass indirekte Suggestibilität (gemessen über die Sensorische Suggestibilitätsskala für Gruppen) und Compliance (gemessen durch die Gudjonsson Compliance Skala) die direkte Suggestibilität (gemessen über die Barber Suggestibilitätsskala) vorhersagen konnten. Spektralanalysen zeigten, dass indirekte Suggestibilität stärker mit den schweren Aufgaben der BSS zusammenhängt, Compliance dagegen stärker mit den einfacheren Aufgaben dieses Instruments.

 

“Wie tief ging ich in Hypnose?”  Prädiktion von selbstberichteter Hypnosetiefe mithilfe eines phänomenologischen Messinstruments
Ronald J. Pekala, V. K. Kumar, Ronald Maurer, Nancy C. Elliott und Edward Moon

Zusammenfassung: Verfahren zur Abschätzung der Hypnosetiefe sind seit mehr als 70 Jahren im Einsatz. In dieser Studie wurde die selbstberichtete Hypnosetiefe aus den phänomenologischen und verhaltensbezogenen Variablen des Phenomenology of Consciousness Inventory - Hypnotic Assessment Procedure (PCI-HAP) vorhergesagt. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe diente dazu, die Regressionsgleichungen aufzustellen, an der anderen wurden diese dann kreuzvalidiert. Die Lebhaftigkeit der Vorstellungen in Hypnose (imagoische Suggestibilität) und das PCIpHGS-Maß der Hypnosetiefe (hynoider Zustand) erklärten zusammen den größten Anteil an Varianz der selbstberichteten Hypnosetiefe. Diese Ergebnisse, die zusätzlich von Korrelations- und 3-D-grafisch gestützten Analysen untermauert werden, stehen im Einklang mit den Beobachtungen anderer Forscher, wonach die Bewertungen der Hypnosetiefe eine Funktion von a) Veränderungen im subjektiven Erleben und b) der Wahrnehmung des Ansprechens auf Suggestionen sind. Die Befunde passen gleichfalls zu J. Holroyds Hypothese, wonach Suggestibilität und Effekte veränderter Bewusstseinszustände miteinander bei der  Entstehung hypnotischer Effekte interagieren.

 

Die Auswirkungen irreführender Fragen und hypnotischer Erinnerungssuggestion auf Gedächtnisleistungen: Eine Signalentdeckungs-Analyse
Alan Scoboria, Giuliana Mazzoni  und Irving Kirsch

Zusammenfassung: Im Jahr 2002 berichtete der Erstautor zusammen mit Kollegen Ergebnisse wonach Hypnose und irreführende Fragen die Genauigkeit von Erinnerungen und den Anteil an „weiß nicht“-Antworten reduzierten. Die Auswirkungen irreführender Fragen waren signifikant stärker als diejenigen von Hypnose und die Effekte von Hypnose und irreführenden Fragen verhielten sich additiv. An einer Stichprobe von 164 Studenten konnte in der vorliegenden Studie der Effekt von irreführenden Fragen auf Genauigkeit der Antworten und den Anteil der „weiß-nicht“-Antworten repliziert  werden, die negativen Auswirkungen von Hypnose auf die Gedächtnisleistung konnte dagegen nicht repliziert werden. Eine durchgeführte Signalentdeckungs-Analyse ergab, dass irreführende Fragen zu verminderter Sensitivität und einem Antwortbias führten, wobei die Sensitivität stärker beeinflusst wurde als die Kriteriumsverschiebung. 

 
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