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October 2006 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 54, Number 4 - October 2006 - German

 

Beruhen die lebhafteren Vorstellungen von gut hypnosefähigen Probanden auf stärkerer Anstrengung? Eine Überprüfung der Dissoziations- und der Sozial-kognitiven Therorie der Hypnose
Pamela Sadler und Erik Z. Woody

Zusammenfassung:  Im Rahmen einer Untersuchung zur Rolle von kognitiver Anstrengung bei hypnotischem Verhalten, erzeugten gut und gering hypnosefähige Teilnehmer emotional neutrale Vorstellungen als Antwort auf Suggestionen, die entweder Anstrengung erforderten oder nicht. Der Anstieg der Herzfrequenz diente als objektive Messgröße der kognitiven Anstrengung, wobei zusätzlich subjektive Einschätzungen der Lebhaftigkeit der Vorstellungen, der Absorption, der Anstrengung sowie der Kontrolle erhoben wurden. Im Vergleich zu den gering hypnosefähigen erlebten die gut hypnosefähigen Teilnehmer ihre Vorstellungen als lebhafter und absorbierender, obgleich ihre Herzfrequenz nicht auf stärkere kognitive Anstrengung hindeutete. Im Vergleich zu als „nicht-anstregend“ formulierten Suggestionen, führten „anstrengend“ formulierte Suggestionen bei den gering Hypnosefähigen zu stärkerer Anstrengung, gemessen durch den Herzratenanstieg, wohingegen sich kein solcher Effekt auf die Anstrengung der gut Hypnosefähigen zeigte. Die Bewertungen der subjektiven Kontrolle korrelierten stark mit der subjektiven Anstrengung bei den gering Hypnosefähigen, nicht aber bei den gut Hypnosefähigen. Diese Ergebnisse sprechen stärker für die Theorie der dissoziierten Kontrolle als für die Theorie des dissoziierten Erlebens bzw. für sozial-kognitive Theorien der Hypnose.

 

Arten von Suggestibilität: Zusammenhänge mit Kompleanz, indirekter und direkter Suggestibilität
Romuald Polczyk und Tomasz Pasek

Zusammenfassung: Es wird gemeinhin angenommen, dass direkte Suggestibilität, welche sich auf offene Einflussnahme bezieht, und indirekte Suggestibilität, bei der die Beeinflussungsabsicht verborgen bleibt, nur schwach korrelieren. Diese Untersuchung zeigt, dass beide Konstrukte substantiell korrelieren, vorausgesetzt sie beziehen sich auf ähnliche Domänen der Einflussnahme. Testergebnisse von 103 Studierenden, 55 Frauen und 48 Männern, wurden mittels Regressionsanalysen ausgewertet. Die indirekte Suggestibilität, gemessen mittels der Sensorischen Suggestibilitätsskala für Gruppen, und die Gudjonsson Kompleanz-Skala erwiesen sich beide als Prädiktoren der direkten Suggestibilität, welche mithilfe der Barber Suggestibilitätsskala (BSS) gemessen wurde. Spektralanalysen zeigten, dass die indirekte Suggestibilität stärker mit schwierigen Items der BSS in Zusammenhang steht, die Kompleanz hingegen stärker mit den leichten Items.

 

Einsatz von Hypnose bei Angst und Schmerzen im Zusammenhang mit Kolonoskopien bei kolorektalen Krebsuntersuchungen: Fallstudien und potentieller Nutzen
Gary Elkins, Joseph White, Parita Patel, Joel Marcus, Michelle M. Perfect und Guy H. Montgomery

Zusammenfassung: Diese Studie untersuchte den Einsatz von Hypnose beim Umgang mit Angst und Schmerzen bei 6 Kolonoskopie-Patienten (5 Männer, 1 Frau), die am Tag der Untersuchung eine hypnotische Induktion sowie eine Anleitung zur Selbsthypnose erhielten. Die Angstintensität wurde vor und nach der hypnotischen Induktion mittels visueller Analogskalen (VAS) erfasst. Nach erfolgter Kolonoskopie wurden ebenfalls VAS eingesetzt, um Angst und Schmerzen während der Prozedur, sowie die wahrgenommene Effektivität von Hypnose und die Behandlungszufriedenheit zu erfassen.  Die Hypnosefähigkeit wurde in einer separaten Sitzung gemessen. Die Autoren erhoben darüber hinaus  Daten für 10 Patienten, welche eine Standardbehandlung erhielten (Dauer der Prozedur, Anzahl von vasovagalen Ereignissen, Erholungsdauer). Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Hypnose eine praktikable Methode für den Umgang mit Angst und Schmerzen bei Kolonoskopien darstellt, die den Einsatz von Beruhigungsmitteln reduziert und darüber hinaus weitere Vorteile mit sich bringt, darunter z. B. weniger vasovagale Komplikationen und eine verkürzte Erholungszeit.

 

Zufriedenheit mit hypnotischer Analgesiebehandlung und weitere vorteilhafte Auswirkungen
Mark P. Jensen, Kristin D. McArthur, Joseph Barber, Marisol A. Hanley, Joyce M. Engel, Joan M. Romano, Diana D. Cardenas, George H. Kraft, Amy J. Hoffman und David R. Patterson

Zusammenfassung: Forschung anhand von Fallstudien zeigt, dass eine Hypnosebehandlung auch vorteilhafte Wirkungen mit sich bringt, welche nicht Ziel spezifischer Suggestionen waren. Zum besseren Verständnis der Zufriedenheit mit Hypnosebehandlung sowie ihrer vorteilhaften Nebenwirkungen, wurden einer Gruppe von 30 Patienten, die zuvor an einer Reihe von Sitzungen zur hypnotischen Analgesiebehandlung  teilgenommen hatten, einige Fragen zur Zufriedenheit und zum Nutzen der Behandlung vorgelegt. Die Ergebnisse bestätigten die klinischen Eindrücke der Autoren. Es zeigte sich, dass die Mehrzahl der Teilnehmer mit der Behandlung selbst dann zufrieden war, wenn die Zielsymptomatik (hier die Schmerzintensität) nicht substantiell abnahm. Die Teilnehmer berichteten darüber hinaus von symptombezogenen und nicht symptombezogenen Vorteilen der Hypnosebehandlung, wie etwa verminderte Schmerzen, eine Erhöhung der wahrgenommenen Schmerzkontrolle, Verbesserung von Entspannung und Wohlbefinden sowie verminderten Stress. Allerdings wurde keiner dieser Vorteile allein von der Mehrzahl der Teilnehmer angegeben.

 

Untersuchung der Aktivität des Sympathikus mithilfe der Mikroneurographie unter  Hypnose: Aufschlüsselung von Effekten der zentralen Kontrolle
Richard C. Robinson, Harold Crasilneck, J. P. Garofalo und Travis Whitfill

Zusammenfassung: Mithilfe von Mikroelektrodenaufzeichnungen postganglionärer sympatischer Aktionspotentiale untersuchten die Autoren die Effekte von hypnotischen Suggestionen auf die zur Haut gerichtete Sympathikusaktivität während einer Hand-Greif-Übung. Die Teilnehmer absolvierten die entsprechende Aufgabe (Hand-Greif-Übung bei 33% der maximalen willentlichen Kontraktion) zwei Minuten lang und in drei aufeinanderfolgenden Durchgängen. Zwei Teilnehmern, die zufällig der Hypnosebedingung zugewiesen worden waren, wurde entweder eine Suggestion bezüglich der Aufgabenschwierigkeit gegeben, nämlich dass der zweite Durchgang schwerer und der dritte leichter als der erste Durchgang sei. Zwei Teilnehmer der Kontrollbedingung erhielten keine Suggestionen und wurden nicht in Hypnose versetzt. In der Bedingung ohne Hypnose erhöhte sich die Sympathikus-Nerv-Aktivität (zur Haut, SNA) um 6% gegenüber dem Ausgangspunkt während des zweiten Durchgangs und um 13% während des dritten. In der Hypnose-Bedingung erhöhte sich die SNA (zur Haut) während des zweiten Durchgangs (hier war die erhöhte Aufgabenschwierigkeit suggeriert worden) um 25% und ging im dritten Durchgang zurück auf den Ausgangspunkt (hier war die verminderte Aufgabenschwierigkeit suggeriert worden). Die Ergebnisse legen also einen Einfluss zentraler Befehle auf die SNA (zur Haut) nahe.

 

Neurophysiologische sowie Langzeit-Effekte Klinische Hypnose im Rahmen von Oralen und Maxillofacialen Behandlungen: Eine vergleichende interdisziplinäre klinische Studie
Stephan Eitner, Manfred Wichmann, Stefan Schultze-Mosgau, Andreas Schlegel, Anna Leher, Josef Heckmann, Siegfried Heckmann und Stefan Holst

Zusammenfassung: Diese vergleichende prospektive klinische Studie evaluierte die Effektivität von Klinischer Hypnose und ihre Langzeiteffekte im Rahmen von oralen und maxillofacialen Behandlungen. Insgesamt wurden 45 Teilnehmer mit starker und geringer Angst nach ihrem subjektiven Erleben befragt. Als objektive Parameter wurden EEG, EKG, Herzfrequenz, Blutdruck, Blutsauerstoffgehalt, Atemfrequenz, Kortisolkonzentration im Speichel und Körpertemperatur erhoben. Während und nach dem operativen Eingriff führte Hypnose zu einer signifikanten Reduktion des systolischen Blutdrucks und der Atemfrequenz sowie zu signifikanten Veränderungen im EEG. Die subjektiven Parameter evaluierten vorhandene Angstmechanismen und potentielle Kontrollstrategien, die objektiven Parameter bestätigten die Effektivität von Hypnose und ihre Langzeiteffekte.

 

Erneute Begutachtung der hypnotischen Symptomreduktion durch Freud und Bernheim
Thomas S. Ball

Zusammenfassung: Die von Freud und Bernheim berichteten Fälle machen einen intrinsischen Vorteil der hypnotischen Symptombeseitigung gegenüber Therapien deutlich, welche längere Zeiträume benötigen um signifikante Ergebnisse zu bewirken. Sie unterstützen außerdem Weitzenhoffers Übersicht bezüglich der therapeutischen Resultate während der klassischen Periode (bis 1900).

 

Verbesserung von Gedankenunterdrückung durch Hypnose
Richard A. Bryant und Subodha Wimalaweera

Zusammenfassung: Viele Studien legen nahe, dass Versuche, bestimmte Gedanken zu unterdrücken zu einer erhöhten Verfügbarkeit dieser Gedanken Führen, insbesondere wenn zusätzliche kognitive Beanspruchung vorliegt. Ausgehend von der Prämisse, dass Hypnose eine verbesserte Steuerung der kognitiven Beanspruchung erlaubt, wurde vorhergesagt, dass mit Hypnose die Gedankenunterdrückung verbessert werden könne. Die vorliegende Untersuchung prüfte, ob das Hindernis der kognitiven Beanspruchung durch den Einsatz von Hypnose zur Gedankenunterdrückung umgangen werden kann. 39 hoch und 40 gering hypnosefähige Teilnehmer wurden hypnotisiert und erhielten entweder eine Instruktion zu Unterdrückung oder keine Instruktion einer Erinnerung an eine peinliche Situation. Anschließend bearbeiteten die Teilnehmer eine Satz-Entwirrungs-Aufgabe, welche die Verfügbarkeit von beschämenden Gedanken anzeigen sollte. Die gering hypnosefähigen Teilnehmer, welche instruiert worden waren, die Gedanken zu unterdrücken, wiesen einen verstärkten Anstieg von unterdrückten Gedanken auf, die gut hypnosefähigen Teilnehmer hingegen nicht. Diese Befunde unterstützen die Annahme, dass mit Hypnose die Gedankenunterdrückung verbessert werden kann.

 
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