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January 2008 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 56, Number 1 - January 2008 - German

 

Herzfrequenzvariabiliät as quantitatives Maß der Hypnosetiefe
Solomon Gilbert Diamond, Orin C. Davis und Robert D. Howe

Zusammenfassung: Die Autoren untersuchten, ob Herzfrequenzvariabilität als Indikator für die momentane Hypnosetiefe geeignet ist. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden die selbst berichtete Hypnosetiefe von 10 Teilnehmern zu Herzfrequenz, Amplitude sowie Frequenzveränderungen im Rahmen einer Zeit-Frequenz-Analyse der Herzfrequenzvariabilität (HRV) in Bezug gesetzt. Es zeigten sich signifikante Zusammenhänge zwischen der berichteten Hypnosetiefe und die Hochfrequenzkomponente (HF) der HRV. Insbesondere ergab sich, dass die  selbst berichtete Hypnosetiefe negativ mit der HF-Frequenz und positiv mit der HF-Amplitude korrelierte. Unerwarteterweise stimmte der durchschnittliche zeitliche Trend der Hypnosetiefe gut mit der Stufenantwort eines first-order-system mit 4-minütiger Zeitkonstante überein (R2 = .99). Die Befunde legen nahe, dass die Reaktivität des parasympathischen Teils des autonomen Nervensystems, angezeigt durch die HRV, als quantitativer Indikator der Hypnosetiefe eingesetzt werden könnte.

 

Gesunder Narzissmus und Ego-State-Therapie
Shirley McNeal

Zusammenfassung: Der Begriff Narzissmus wird überwiegend negativ verstanden und kommt im Rahmen der Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zum Einsatz. Allerdings kann ein gewisser Grad an Narzissmus auch als notwendig für eine gesunde Persönlichkeit angesehen werden. Die Ego-State-Literatur enthält Verweise auf die Reifung von Ich-Zuständen, das Hervorrufen hilfreicher Ich-Zuständen, die Transformation der Funktion von Ich-Zuständen und der Stärkung von gesunden Ich-Zuständen als Komponeten der Entwicklung einer „harmonischen Familie des Selbst“. Damit ein Individuum einen gesunden Grad an Narzissmus entwickeln kann, so wird angenommen, dass entsprechende Ego-State Interventionen erforderlich sind und Veränderungen in den innerpsychischen Strukturen bewirken. Dieser Artikel bespricht Theorie und Therapie der Entwicklung eines gesunden Grades an Narzissmus, Selbstwert und eines ausgeglichenen Sinnes für die Berechtigung von Ansprüchen. Fallweise Materialien werden besprochen, um zu zeigen wie Ego-State-Therapie im Rahmen dieser Entwicklung zum Einsatz kommen kann.

 

Hypnose und Gedankenunterdrückung: Ein kurzer Bericht
Richard A. Bryant and Natasha Sindicich

Zusammenfassung: Diese Studie ging davon aus, dass sich mit Hypnose Gedankenunterdrückung verstärken ließe, bei gleichzeitiger Minimierung der kognitiven Anstrengung. 28 gut und 29 wenig hypnotisierbare Teilnehmer führten eine kognitiv beanspruchende Zahlenmerkaufgabe durch (6-stellige Zahl). Eine Gruppe erhielt daraufhin entweder eine Instruktion zur Gedankenunterdrückung oder keine solche Instruktion. Die Effektivität der Gedankenunterdrückung wurde mittels Selbstbericht, einer konkurrierenden Satzordnungsaufgabe sowie Gesichtselektromyographie bestimmt. Gering hypnotisierbare Teilnehmer in der Bedingung mit Instruktion zur Gedankenunterdrückung wiesen bei der Satzordnungsaufgabe einen Rückstoßeffekt nach der Unterdrückung auf. Dagegen fanden sich bei hoch hypnotisierbaren Personen keinerlei Rückstoßeffekte. Diese Befunde legen nahe, dass Hypnose die Gedankenunterdrückung unterstützen kann.

 

Untersuchung zur Gesetzgebung im Bereich Hypnose: Eine Erhebung der gegenwärtigen Praxis in Israel
Alex Aviv, Gilboa Dalia, Golan Gaby und Peleg Kobi

Zusammenfassung: Hypnose als therapeutisches Verfahren birgt potentielle Risiken wenn sie falsch eingesetzt wird. Aus diesem Grund hat Israel als erstes Land ein Gesetz für Hypnose erlassen. Diese Untersuchung gibt einen Überblick über die gegenwärtige Situation der Praxis der klinischen Hypnose in Israel. An 470 lizensierte Hypnosefachleute und 1250 unlizensierte Personen wurde ein Fragebogen verschickt, 478 (25.7%) der 1720 möglichen Teilnehmer sandten den Fragebogen zurück, darunter 249 (51.8%) lizensierte Hypnosefachleuten und 232 (48.2%) Unlizensierte. 45 % der unlizensierten Therapeuten gaben an, Hypnose einzusetzen, davon 50% mit Adoleszenten und 41.2 % mit Kindern. Die Mehrzahl praktizierte Hypnose dabei in öffentlichen Kliniken (71.6%). Auf Seite der lizensierten Fachleute gaben 94.4% an, Hypnose im Rahmen ihrer Tätigkeit einzusetzen. Die Autoren schlussfolgern dass eine große Zahl unlizensierter Hypnotiseure Hypnose im Rahmen ihrer klinischen Arbeit praktizieren und schlagen Schritte vor, die die Effektivität von gesetzlichen Regelungen erhöhen könnten.

 

Hypnose als Zusatztherapie bei der Diabetesbehandlung
Yuan Xu und Etzel Cardeña

Zusammenfassung: Obwohl Diabetes eines der dringlichsten weltweiten Gesundheitsprobleme darstellt, existiert bislang keine kurative Therapie. Konventionelle Insulinbehandlungen zielen darauf ab, die Lebensqualität zu verbessern, vernachlässigen jedoch die psychologischen Aspekte er Erkrankung. Zumal da bei Diabetes wesentliche psychologische Komponenten bedeutsam sind, erscheint es folgerichtig, über Hypnose als Zusatzbehandlung bei Diabetes nachzudenken. Dieser Artikel bespricht die empirische Literatur zur Effektivität von Hypnose bei der Behandlung von Diabetes, sowohl in Bezug auf die Blutzuckerregulation als auch im Zusammenhang mit Kompleanz und peripherer Blutzirkulation. Trotz mancher methodischer Schwächen wird aus der Literatur deutlich, dass vielversprechende Ergebnisse vorliegen, welche weiter untersucht werden sollten. Multimodale Beahandlungsansätze scheinen besonders erfolgversprechend, wobei Hypnose als Zusatz zur Insulinbehandlung bei der Behandlung von Typ 1 und 2 Diabetes zur Stabilisation des Blutzuckers und Verbesserung periphervaskulärer Komplikationen eingesetzt werden kann.

 

Sprache, Mystizismus und Hypnotisierbarkeit: Ein Kurzbericht
Peter J. Adams

Zusammenfassung: Wenn Menschen über religiöse und mystische Erlebnisse berichten neigen sie zur Verwendung ähnlicher sprachlicher Formulierungen , wie sie auch bei hypnotischer Trance zum Einsatz kommen. Beide nutzen eine vage Sprache, die es den Zuhörern ermöglicht, eigenen Denkinhalte einzubringen. Dieser Artikel geht der Frage nach, ob Menschen mit mystischen oder religiösen Erfahrungen auch besser auf hypnotische Sprache reagieren. 81 Teilnehmern wurden die Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility, Form A und der Hood Mysticism Scale vorgelegt Die Teilnehmer wurden nach ihrem Ergebnis auf der Mystizismusskala in drei Gruppen (niedrig, mittel und hoch) unterteilt. Die Gruppe mit hohen Mystizismuswerten schnitt im Vergleich zur Gruppe mit niedrigen Werten auch bei der Hypnotisierbarkeit besser ab. Die Zusammenhänge zwischen Offenheit für mystische und religiöse Erfahrungen und Suszeptibilität für hypnotische Suggestionen sollten intensiver untersucht werden.

 

Ansprechverhalten und fehlendes Ansprechverhalten auf Hypnose und eine kinesthetische Illusion, das Chevreul-Pendel
Robert A. Karlin, Austin Hill und Stanley Messer

Zusammenfassung: Im Rahmen dieser Untersuchung zeigte sich, dass Teilnehmer, die bei der Instruktion zu einem Chevreul-Pendel-Versuch (CP) keine Pendelbewegung aufwiesen auch geringere Werte auf der Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form A (SHSS:A) erzielten und berichteten, in Hypnose subjektiv weniger erlebt zu haben als die Gruppen, die CP Bewegungen aufwies. Die Werte auf Shors Personal Experiences Questionnaire (PEQ) unterschieden sich jedoch nicht zwischen diesen Gruppen. Darüber hinaus zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen PEQ und Hypnotisierbarkeitswerten für die Gruppe mit CP Pendelbewegungen, während innerhalb der Gruppe ohne CP Bewegung eine negative Korrelation zwischen diesen beiden Werten bestand. Diese Befunde stimmen überein mit der Annahme, dass das Fehlen von CP Bewegungen eher eine situationsspezifische Unwilligkeit gegenüber imaginativem Eintauchen als einer generellen Unfähigkeit dazu widerspiegelt. Zusätzliche Analysen ergaben, dass 5 der 10 Teilnehmer, die keine Bewegungen bei der CP Aufgabe aufwiesen, bei der SHSS:A einen Wert von 0 oder 1 erreichten. Demgegenüber erreichten lediglich 3 der 65 Teilnehmer mit CP Bewegungen solche die Werte 0 oder 1.

 

Genetik und funktionelle Bildgebung von Aufmerksamkeit und Hypnotisierbarkeit könnten den Plazeboeffekt erklären
Amir Raz

Zusammenfassung: Die Erforschung von Aufmerksamkeitsprozessen schlägt eine Brücke zwischen Psychologie und Neurowissenschaft und verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen Gehirn und Verhalten. Wenigstens drei neuronale Module regeln Kontrollprozesse unter Verwendung verschiedener neuronanatomischer Substrate, Neuromodulatoren und psychologischer Prozesse. Geleitet von datenbasierten Gehirntheorien haben Forscher spezifische genetische Polymorphismen zu klar definierten Phänotypen in Bezug gesetzt, einschließlich solcher, die verschiedene attentionale Prozesse und Hypnose betreffen. Da Aufmerksamkeit kognitive und affektive Prozesse modulieren kann, wurde in letzter zeit damit begonnen, unter Verwendung von genetischen und bildgebenden Methoden individuelle Unterschiede zu untersuchen. Befunde genetischer Untersuchungen von Aufmerksamkeit und Hypnotisierbarkeit ermöglichen nun die Beantwortung von Fragen wie etwa nach den Unterschieden zwischen hoch- und gering hypnotisierbaren Individuen. Diese explorativen Befunde könnten ausgeweitet werden auf die Identifikation von plazeboempfänglichen Personen.

 
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