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April 2008 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 56, Number 2 - April 2008 - German

 

Die Messung von Hypnotisierbarkeit: Argumente für Selbstberichts-Hypnosetiefe-Skalen nebst Daten für die Langversion der Stanford-Skala
Graham F. Wagstaff, Jon C. Cole und Joana Brunas-Wagstaff

Zusammenfassung: Konventionelle, suggestionsbasierte Tests der Hypnotisierbarkeit sind dafür kritisiert worden, dass sie hypnotische und nichthypnotische Suggestibilität konfundiert messen. Ein möglicher Ausweg besteht darin, Hypnotisierbarkeit als Unterschied in der Suggestibilität vor und nach einer hypnotischen Induktion zu erheben. Allerdings zeigen Daten einer klassischen Studie von Hilgard und Tart, dass Differenzmaße methodische und statistische Probleme mit sich bringen. Einfache verbale Hypnosetiefeskalen werden als nützliche Alternative vorgestellt. Sie korrelieren gut mit konventionellen suggestionsbasierten Maßen und ermöglichen es, das Vorliegen von Hypnose unabhängig von formalen hypnotischen Induktionsverfahren zu erfassen. Kritikpunkte gegenüber Hypnosetiefeskalen werden erörtert, normative Daten für die Langversion der Stanford Scale of Hypnotic Depth angeführt. Außerdem werden Daten vorgestellt, welche die Konstruktvalidität von Hypnosetiefe-Selbstberichten stützen.

 

Auswirkungen von posthypnotischer Suggestion, hypnotischer Suggestibilität und Zielintentionen auf die Adhärenz für medizinische Instruktionen
Claudia Carvalho, Giuliana Mazzoni, Irving Kirsch, Maria Meo und Maura Santandrea

Zusammenfassung: Die Auswirkungen von Implementationsintentionen und posthypnotischen Suggestionen wurden in zwei Studien untersucht. In Experiment 1 wurden Teilnehmer mit hoher hypnotischer Suggestibilität instruiert, Plazebopillen einzunehmen. Dies geschah im Rahmen einer Untersuchung, deren Ziel es war herauszufinden, wie die Kompleanz mit medizinischen Anweisungen am besten sichergestellt werden kann. In Experiment 2 wurden Teilnehmer mit hohen, mittleren und geringen hypnotischen Suggestibilitätswerten gebeten, auf der Stelle zu laufen, zuvor ihren Puls zu messen und dem Experimentator täglich eine Email zu schicken. Experiment 1 erbrachte eine erhöhte Adhärenz als Funktion von sowohl Implementationsintentionen als auch posthypnotischen Suggestionen. In Experiment 2 hingegen zeigten sich keine signifikanten Haupteffekte, jedoch eine signifikante Interaktion zwischen Suggestibilität und den Effekten von posthypnotischer Suggestion. Posthypnotische Suggestion erhöhte die Adhärenz bei hochsuggestiblen Teilnehmern, verringerte sie aber bei Geringsuggestiblen.

 

Langzeitergebnisse von hypnotsicher analgetischer Behandlung bei chronischem Schmerz von Personen mit Behinderungen
Mark P. Jensen, Joseph Barber, Marisol A. Hanley, Joyce M. Engel, Joan M. Romano, Diana D. Cardenas,3 George H. Kraft, Amy J. Hoffman, David R. Patterson

Zusammenfassung: Daten von 26 Teilnehmern einer Untersuchung zur hypnotischen Analgesie bei chronischem Schmerz wurden mit dem Ziel ausgewertet, Langzeiteffekte der hypnotischen Behandlung zu ermitteln. Statistisch signifikante Rückgänge des berichteten täglichen mittleren Schmerzniveaus wurden gegenüber Werten vor der Behandlung zu Katamnesezeitpunkten von 3 und 9 Monaten, nicht aber bei 6 oder 12 Monaten berichtet. DieProzentzahlen von Teilnehmern die klinisch bedeutsame Rückgänge berichteten, lagen bei 27, 19, 19 und 23 Prozent für die 3, 6, 9 bzw. 12 Monats-Intervalle. Darüber hinaus berichteten nach  12 Monaten 81% der Stichprobe daß sie immer noch selbthypnotische Techniken anwendeten, die ihnen während der Behandlung vermittelt worden waren. Insgesamt zeigen die Ergebnisse,  dass etwa 20% der Stichprobe eine substantielle und anhaltende Langzeitreduktion im mittleren täglichen Schmerzniveau infolge eine hypnotischen Behandlung erlangten und dass ein Großteil davon Selbsthypnose bis zu einem Jahr weiter anwendet.

 

Effekte von vestibulärer und Nacken-propriozeptiver Stimulation auf die Wahrnehmung der Körperhaltung als Funktion von Hypnotisierbarkeit
Enrica L. Santarcangelo, Eliana Scattina, Paolo Orsini, Luca Bruschini, Brunello Ghelarducci und Diego Manzoni

Zusammenfassung: Frühere Studien zur Rolle von Hypnotisierbarkeit bei der Kontrolle der Körperhaltung legen nahe, dass die Körperkontrolle von Personen mit hoher oder niedriger Hypnotisierbarkeit unter Hypnose differentiell durch Augenschließen moduliert wird. Die vorliegende Studie untersuchte,ob Hypnose auch die Auswirkungen einer elektrischen vestibulären Stimulation und einer Kopfdrehung moduliert (bei nicht in Hypnose befindlichen Versuchspersonen). Die CoP (center of pressure) Auslenkungen wurden bei hoch und gering hypnotisierbaren Personen gemessen während sie mit geschlossenen Augen auf einer stabilometrischen Plattform standen, die Augen geschlossen hatten und entweder Baselinebedingungen oder elektrisch vestibuläre Stimulation an 3 verschiedenen Kopfstellen erhielten. Die Ergebnisse zeigten, dass die COP-Auslenungen auf die Reize hin sowie die mittlere COP-Position, die Fläche und die Geschwindikeit bei hoch und gering Hypnotisierbaren ähnlich waren. Allerdings modulierte bei gering Hypnotisierbaren die Kopfposition die mittlere Geschwindigkeit. Dieser Befund könnte einen Unterschied in der sensomotorischen Integration zwischen den beiden Gruppen abbilden.

 

Hypnosetherapie bei der Behandlung von Schmerz und Traumawiedererleben bei Verbrennungspatienten
Fereshteh Shakibaei, Ali Amini Harandi, Ali Gholamrezaei, Raheleh Samoei und Pejman Salehi

Zusammenfassung: Diese Studie untersuchte die Auswirkungen von Hypnose auf Schmerz und Traumawiedererleben bei Verbrennungspatienten. 44 Patienten, die Krankenhausaufenthalte infolge von Verbrennungen hinter sich hatten, wurden zufällig einer Hynosetherapie- und einer Kontrollgruppe zugewiesen. Direkte und indirekte hypnotische Suggestionen wurden eingesetzt, um die Schmerzen zu reduzieren und das Wiedererleben des Traumas zu vermindern. Alle Patienten erhielten zusätzlich die medizinische Standardbehandlung bei Verbrennungen. Die Berichte von Schmerzen wurden über eine numerische Selbstberichtsskala mit 5 Abstufungen quantifiziert. Die Hypnosetherapiegruppe zeigte eine signifikant geringere Schmerzbewertung als die Kontrollgruppe und berichtete eine signifikante Reduktion des Schmerzes gegenüber der Baseline. Es zeige sich eine signifikante Reduktion des Wiedererlebens des Traumas in der Hypnosetherapiegruppe, nicht aber in der Kontrollgruppe. Die Befunde belegen die Wirksamkeit von Hypnosetherapie bei der Behandlung von Schmerz und traumatischem Wiedererleben.

 

Die Auswirkung des Frageformats auf Widerstand gegenüber irreführenden Folgeinformationen und Selbstberichten während Hypnose
Mitchell L. Eisen, Maka Oustinovskaya, Rose Kistorian, Danielle Y. Morgan und Laura Mickes

Zusammenfassung: Die Teilnehmer erhielten eine standardisierte Version der Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility, Form A (HGSHS:A) vom Band nebst einer angepassten Version des HGSHS:A-Antwortbogens, in welchem die Teilnehmer angeben sollten, welche suggerierten Verhaltensweisen sie ausgeführt hatten. Diese Antwortbögen waren dergestalt verändert, dass sie drei zusätzliche Suggestionen enthielten, die während der Hypnose nicht vorkamen. Der Hälfte der Teilnehmer wurden die Fragen in dem Antwortbogen im Standardformat vorgelegt („I habe das suggerierte Verhalten nicht ausgeführt“). Die übrigen Teilnehmer bekamen einen Antwortbogen mit der zusätzlichen Antwortoption „Ich erinnere mich nicht daran, dass diese Suggestion vorkam“. Wie vorausgesagt gaben die Teilnehmer in der Gruppe mit zusätzlicher Antwortoption signifikant seltener an, Handlungen ausgeführt zu haben, welche ursprünglich überhaupt nicht suggeriert wurden. Darüber hinaus berichteten diese Teilnehmer weniger suggerierte Verhaltensweisen ausgeführt zu haben als Teilnehmer in der Bedingung mit dem Standardformat.

 

Hypnotische Induktion und therapeutische Suggestionen bei Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimester
Isabelle Marc, Pierre Rainville und Sylvie Dodin

Zusammenfassung: In letzter Zeit sind Berichte erschienen, die das Thema Hypnose und Distress/Schmerz bei chirurgischen Maßnahmen behandeln. In diesen Artikel werden - aufbauend auf einer Pilotstudie - der Kontext und standardisierte Induktionsschritte vorgestellt, welche die Autoren im Rahmen einer laufenden klinischen Studie einsetzen, bei der es um den Effekt von Hypnose auf akuten Schmerz und Angst während Schwangerschaftsabbruch geht.

 

Sekundäre diurnale Enuresis behandelt mit Hypnose: Ein zeitreihendesign
Alex Iglesias und Adam Iglesias

Zusammenfassung: Ein Fall von sekundärer diurnaler Enuresis (SDE) infolge eines Autounfalls wurde mit Hypnose behandelt. Eingesetzt wurde das Hypnotic Trauma Narrative, ein Instrument, welches die Autoren für den Einsatz an Kindern entwickelt haben, wenn diese traumatischen Ereignissen ausgesetzt waren und klassische Sypmtome von posttraumatischer Belastungsstörung oder andere psychosomatische Symptome zeigen. Es wurde ein ABAB Zeitreihen-Design verwendet, um den Zusammenhang zwischen Hypnosebehandlung und der abhängigen Variable (Episoden diurnaer Inkontinenz) zu messen. Es zeigte sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Veränderung von Phase zu Phase sowie der Behandlung. Hypnose mit dem Hypnotic Trauma Narrative stellte einewirksame Methode zur Behandlung von SDE dar. Der Patient war nach 6 Monaten weiterhin symptomfrei.

 
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