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July 2008 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 56, Number 3 - July 2008 - German

 

Hypnotisierbarkeit und Blinzelfrequenz: Ein Test der Dopaminhypothese
PESACH LICHTENBERG, EHUD EVEN-OR, RACHEL BACHNER-MELMAN, RAZ LEVIN, AVIV BRIN UND URIEL HERESCO-LEVY

Zusammenfassung: Es gibt Hinweise auf eine Beteiligung des dopaminergen Systems am Zustandekommen der Hypnotisierbarkeit. Die Autoren bestimmten die Korrelation zwischen Blinzelfrequenz und der Hypnotisierbarkeit. Die Blinzelfrequenz hängt mit der zentralen dopaminergen Aktivität zusammen. Die Hypnotisierbarkeit von 48 gesunden Versuchsteilnehmern wurde mithilfe der Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility und der Stanford Hypnotic Susceptibility Scale: Form C gemessen. Die Blinzelhäufigkeit wurde dabei während einer Konversation, der Betrachtung eines Fixationskreuzes, dem Hören von Musik und einer Ruhebedingung erhoben. Entgegen der Hypothese wurde eine negative Korrelation zwischen Hypnotisierbarkeit und Blinzelfrequenz beobachtet. Dies konnte insbesondere auf höhere Blinzelraten in der Ruhebedingung bei normal Hypnosefähigen -  verglichen mit gut Hypnosefähigen - zurückgeführt werden. Die Ergebnisse liefern keine Evidenz für eine Rolle von Dopamin bei der Hypnotisierbarkeit.

 

Herzratenkontrolle unter Schmerz und Analgesiesuggestionen ohne direkte Hypnoseinduktion
ENRICA L. SANTARCANGELO, GIANCARLO CARLI, SILVIA MIGLIORINI UND GIULIANO FONTANI

Zusammenfassung: Herzfrequenz (HR) und Herzfrequenzvariabilität (HFV) wurden mithilfe verschiedener Methoden bei hoch und gering hypnotisierbaren Teilnehmern, die jedoch keine Hypnoseinduktion erhielten, gemessen. Die Parameter (HR, HFV) wurden während einer Bedingung „einfache Entspannung“ und während einer Schmerz-Stimulation mit und ohne analgetische Suggestionen gemessen. Eine Varianzanalyse wies keine Unterschiede zwischen hoch und gering hypnotisierbaren Teilnehmern in Bezug auf HR und HFV auf, weder in der Ruhebedingung noch während der Stimulationsphasen. Faktoren, welche zu diesen Resultaten geführt haben könnten und die vermutlich zur Unterschätzung von Gruppendifferenzen beitragen, werden erörtert.

 

Hypnosetherapie bei der Behandlung chromischer PTSD nach Kampfeinsätzen bei Patienten mit Insomnie: Eine randomisierte, zolpidem-kontrollierte klinische Studie
EITAN G. ABRAMOWITZ, YORAM BARAK, IRIT BEN-AVI UND HAIM Y. KNOBLER

Zusammenfassung: In dieser Studie wurden die Vorteile einer zusätzlichen Hypnosetherapie bei Patienten mit chronischer PTSD evaluiert. 32 PTSD Patienten, welche mit SSRI Antidepressiva und supportiver Psychotherapie behandelt wurden, wurden zufällig in 2 Gruppen aufgeteilt: 15 Patienten der ersten Gruppe erhielten für 14 Nächte 10 mg nächtliches Zolpidem. 17 Patienten in der Hypnosetherapie-Gruppe erhielten 2 Wochen lang symptomorientierte Hypnosetherapie mit zwei 1,5 h dauernden Sitzungen pro Woche. Alle Patienten absolvierten die Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C, Becks Depressionsinventar, die Impact of Event Skala sowie einen Schlafqualitätsfragebogen vor und nach der Behandlung. Bei den PTSD Symptomen, gemessen mit der Posttramatic Disorder Skala, zeigte sich ein signifikanter Haupteffekt der hypnosetherapeutischen Behandlung. Dieser Effekt konnte auch noch bei einer follow-up Untersuchung nach einem Monat beobachtet werden. Zusätzliche Vorteile einer Hypnosetherapiebehandlung bestanden in einer Reduktion von Intrusionen und Vermeidungsreaktionen sowie in einer Verbesserung aller erhobenen Schlafvariablen.

 

Konfirmatorische Faktorenanalyse der Valencia Skala zur Messung von Einstellungen und Überzeugungen gegenüber Hypnose (Therapeutenversion)
ANTONIO CAPAFONS, BEGOÑA ESPEJO, AND M. ELENA MENDOZA

Zusammenfassung: Überzeugungen und Einstellungen bezüglich Hypnose bei medizinischem Personal können zu Abneigung gegenüber ihrem Einsatz führen oder gar ihre fehlerhafte Anwendung begünstigen. Die Valencia Scale on Attitudes and Beliefs toward Hypnosis (Hypnosetherapeuten-Version, VSABH-T) stellt ein spezifisches Instrument dar, um  Überzeugungen und Einstellungen von Therapeuten gegenüber Hypnose zu evaluieren. Ziel dieser Untersuchung war es, die 8-faktorielle Struktur der VSABH-T konfirmatorisch zu analysieren. Die Stichprobe bestand aus 1661 lizenzierten Psychologen, die Mitglieder der Spanischen Psychologischen Vereinigung waren. 787 Teilnehmer nahmen an einer zusätzlichen Retest-Untersuchung teil. Die Ergebnisse bestätigten die 8-faktorielle Struktur aus einer früheren explorativen Untersuchung (die Faktorbezeichungen lauten : fear, memory, help, control, collaboration, interest, magic und marginal). Die Skala wies außerdem angemessene psychometrische Eigenschaften auf, darunter gute interne Konsistenz und Retest-Reliabilität.

 

Portugiesische Normen der Waterloo-Stanford Group C (WSGC) Scale of Hypnotic Susceptibility
CLAUDIA CARVALHO, IRVING KIRSCH, GIULIANA MAZZONI, AND ISABEL LEAL

Zusammenfassung: In diesem Artikel werden portugiesische Normen für die Waterloo-Stanford Group C (WSGC) scale of hypnotic susceptibility berichtet. Eine portugiesische Übersetzung der Skala wurde 625 portugiesischen Studenten vorgelegt. Die Verteilung der Werte, eine Itemanalyse und die Reliabilität der WSGC werden dargestellt und mit drei nordamerikanischen Stichproben verglichen. Die Befunde zeigen dass die normativen Daten aus der portugiesischen Stichprobe mit den Referenzstichproben übereinstimmen. Der einzige signifikante Unterschied bestand in einem geringeren Anteil von Teilnehmern im oberen Bereich der hypnotischen Suggestibilität (WSGC).

 

Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankung:  Hypnosetherapie als mögliche Therapieform?
VIVIEN MILLER AND PETER J. WHORWELL

Zusammenfassung: 15 Patienten mit schwerer entzündlicher Darmerkrankung und  Kortikosteroidbehandlung, die jedoch nicht auf die medikamentöse Behandlung ansprachen, erhielten 12 Sitzungen von „darm-fokussierter Hypnosetherapie“ und wurden im Durchschnitt über 5.4 Jahre weiter beobachtetet. Die Schwere der Erkrankung wurde dabei als Remission, leicht, mittel, schwer oder sehr schwer klassifiziert. Bei zwei Patienten (13.4 %) schlug die Therapie nicht an und sie wurden chirurgisch behandelt. Bei der Folgeuntersuchung der verbleibenden 14 Patienten befanden sich 4 (26.6%) in Vollremission, 8 (53.3%) wurden als leicht und einer (6.7%) als mittelschwer klassifiziert. Die Lebensqualität verbesserte sich und wurde bei 12 (79.9%) als gut oder sehr gut eingestuft. Der Bedarf an Kortikosteroiden reduzierte sich drastisch, 60 % der Patienten konnten vollständig darauf verzichten und benötigten auch bei der Folgeuntersuchung keine Kortikosteroide. Hypnosetherapie stellt eine viel versprechende adjunktive Behandlungsform bei entzündlicher Darmerkrankung dar und reduziert den Bedarf an Steroiden. Kontrollierte Studien, welche helfen, die genaue Rolle von Hypnosetherapie bei der Behandlung dieser Krankheit festzulegen, sind gerechtfertigt.

 

Hypnosetherapeutische Ansätze bei Alopecia Areata
RIA WILLEMSEN AND JOHAN VANDERLINDEN

Zusammenfassung: Bei Alopecia Arreata (AA) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung in deren Folge die Kopfhaare ausfallen. Diese Erkrankung scheint durch Stress ausgelöst zu werden. Es gibt nur wenig Befunde bezüglich des potentiellen Einsatzes von Hypnosetherapie bei der Behandlung von AA. 28 Patienten mit ausgeprägter AA, alle nicht auf vorherige Behandlung ansprechend, wurden and der Freien Universität Brüssel (Belgien) mit Hypnosetherapie behandelt. Dieser Artikel geht im Detail auf den hypnosetherapeutischen Ansatz der Autoren ein, bei dem symptomorientierte Suggestionen mit Suggestionen zur Förderung des Selbstwertgefühls kombiniert wurden. 12 von 21 Patienten, darunter 4 mit vollständigem Haarverlust, wiesen signifikantes Haarwachstum auf. Alle Patienten zeigten eine signifikante Reduktion der Werte von Angst und Depression. Obwohl die genauen Mechanismen der hypnotischen Interventionen nicht klar sind, zeigen die Resultate dass hypnotische Interventionen die Beschwerden von Patienten mit AA reduzieren und ihr psychologisches Wohlbefinden verbessern können.

 

Verstärkung semantischer Informationsverarbeitung in hypnotisch veränderten Bewußtseinszuständen
ISTVÁN SZENDI, ZOLTÁN AMBRUS KOVÁCS, GYÖRGY SZEKERES, GABRIELLA GALSI, KRISZTINA BODA, ISTVÁN BONCZ, AND ZOLTÁN JANKA

Zusammenfassung: Die Untersuchung von semantischen Prozessen könnte dabei helfen, die Wirkungsweise der unter Hypnose stattfindenden linguistischen Prozesse besser zu verstehen.  22 Studenten der Universität von Szeged (Ungarn) absolvierten semantische und phonologische Aufgaben sowie Tests des assoziativen Primings in aufmerksamem Wachzustand bzw. unter Hypnose. Die Leistung der Teilnehmer war in beiden Bedingungen (Wachzustand/Hypnose) während der semantischen Aufgabe besser als während der phonologischen. Dieser Effekt zeigte sich in der Hypnosebedingung stärker. Die verbesserte semantische Leistung unter Hypnose geht einher mit einer Reduktion von Fehlern bei Regelverletzungen . Signifikante Primingeffekte wurden für direkte und indirekte Relationsverarbeitung sowohl in der Aufmerksamkeits- als auch in der Hypnosebedingung beobachtet. 

 

Hypnotisierbarkeit as möglicher Risikofaktor für posttraumatische Belastungsstörung: Eine Literaturübersicht über quantitative Untersuchungen
SAMANTHA S. YARD, KATHERINE N. DUHAMEL, AND IGOR I. GALYNKER

Zusammenfassung: Die Autoren geben eine Übersicht über die Literatur zu Hypnotisierbarkeit und posttraumatischem Stress. 67 Zusammenfassungen, welche die Schlüsselbegriffe ASD, akuter Stress, traumatischer oder PTSD in Kombination mit entweder hypnotischer Susceptibilität oder Hypnotisierbarkeit wurden berücksichtigt. 6 Artikel enthielten Daten zu Hypnotisierbarkeit und Posttraumatischen Stressymptomen. Jede der Studien berichtete einen Zusammenhang zwischen Hypnotisierbarkeit und posttraumatischem Stress, allerdings wurde Hypnotisierbarkeit bei allen Untersuchungen erst nach dem traumatischen Ereignis erhoben. Gute Hypnotisierbarkeit könnte einen Risikofaktor für akute und chronische posttraumatische Symptomatik darstellen. Dies kann aber erst zweifelsfrei festgestellt werden, wenn prospektive Studien die Hypnotisierbarkeit bei Individuen vor und nach einem traumatischen Ereignis erfassen. Dies könnte z. B. durch gezielte Erhebungen in Populationen mit erhöhtem Traumatisierungsrisiko geschehen.

 
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