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April 2009 - German PDF Print E-mail
The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 57, Number 2 - April 2009 - German

 

Eine kurze Mitteilung: Die Entdeckung der Hypnose – Braids verschollenes Manuskript “On Hypnotism” (1860)
Donald Robertson

Zusammenfassung: James Braids letztes Manuskript zur Hypnose, welches seine ausgereiften Ansichten zusammenfasst und dessen Original seit seinem Tod als verloren galt, existierte lediglich in französischen und deutschen Übersetzungen. Der Autor diskutiert Geschichte und Bedeutung dieses Dokuments mit dem Titel "On Hypnotism" (1860) sowie seine neue Rückübersetzung ins Englische aus dem Französischen und Deutschen. Braids Manuskript stellt ein bedeutendes fehlendes Bindglied aus der Frühgeschichte psychologischer Therapie dar und hilft dabei, die Entstehung der Hypnotherapie zu beleuchten sowie bestimmte historische Fehlauffassungen über den Begriff Hypnotismus zu korrigieren. Die Neuentdeckung dieses Textes liefert zusätzliche Evidenz dafür, dass Hypnotismus als eine explizit empirische und vernünftige Reaktion gegen die Pseudowissenschaftlichen Exzesse des Mesmerismus entstand. Obgleich er viele Ausschnitte aus seinen früheren Schriften verwendet, könnten einige von Braids Beobachtung das Interesse zeitgenössischer Forscher und Kliniker wiedererwecken.

 

“On Hypnotism” (1860) De L’Hypnotisme
Übersetzt aus dem Französischen von Donald Robertson

Zusammenfassung: James Braids letzter Aufsatz „On Hypnotism“, der Höhepunkt seines Werks, zusammengefasst ein einer französischen Übersetzung der Wissenschaftsakademie, wird in einer kommentierten englischen Version vorgelegt. Laut Braid handelt es sich beim Hypnotismus um einen psychologischen („subjektiven“) Ansatz, der sich fundamental von der paranormalen und magnetistischen („objektiven“) Theorie des Mesmerismus abhebt. Hypnotismus basiert primär auf dominanten Vorstellungen auf welche das Subjekt die Aufmerksamkeit fixiert. Die Umkehrbarkeit der hypnotischen Amnesie wird als Evidenz für ein „doppeltes Bewusstsein“ angesehen. Allerdings zeigten mehr als 90% von Braids Teilnehmern keine dissoziativen Zustände oder andere schlaf-ähnlichen Reaktionen, sonder lediglich eine Art Traumzustand. Gute Teilnehmer sind im Wachzustand so suggestible wie andere unter Einfluss des Hypnotismus.

 

Kunst als Mittel zum Verständnis der Vorstellungen bei Reizdarmsyndrom (RDS) und dem Ansprechen auf Hypnotherapie
Helen R. Carruthers, Vivien Miller, Julie Morris, Raymond Evans, Nicholas Tarrier und Peter J. Whorwell

Zusammenfassung: 109 Patienten gaben an ob sie eine mentale Vorstellung ihrer RDS-Erkrankung hätten. Ein Künstler setzte dann diese Vorstellungen in Wasserfarbzeichnungen um. Die Ergebnisse standen in Zusammenhang mit dem Behandlungsergebnis, Symptomatik, Angst, Depression, und Absorption (Hypnosefähigkeit). 49% der Patienten verfügten über eine Vorstellung, und deren große Vielfalt wurde künstlerisch umgesetzt. Das Vorhandensein von Vorstellungen stand in signifikantem Zusammenhang mit Geschlecht (p a< .05), Angst, nicht-darmbezogener Symptomatik und Absorption ( p < .001). 57.8 % derjenigen, die auf Hypnosetherapie ansprachen, aber nur 35.5% der nicht-ansprechenden Teilnehmer hatten eine Vorstellung ihrer Krankheit vor der Behandlung (p < .05). Es gab eine Beziehung zwischen der Farbigkeit der Bilder besserem Therapieerfolg (p <.05). Alle Vorstellungen veränderten sich bei den auf die Therapie ansprechenden Teilnehmern, wobei sie oftmals spezifischer ausgestalten wurden. Die Untersuchung auf krankheitsbezogene Vorstellungen kann helfen Personen zu identifizieren, die von Therapie profitieren, und könnte Erkenntnisse über subjektive Krankheitstheorien liefern.

 

Effekte von Hypnose auf Schmerzunterdrückung während Wehen und Geburt bei schwangeren Iranerinnen
Marzieh Abbasi, F. Ghazi, Ann Barlow-Harrison, Mehrdad Sheikhvatan, and Fatemeh Mohammadyari

Zusammenfassung: Diese Studie berichtet die Effekte von Hypnose auf Schmerzunterdrückung bei Wehen und Geburt. Unter Einsatz eines qualitativen Ansatzes wurden sechs Patientinnen zur Selbsthypnose angeleitet. Die Ergebnisse wurden mithilfe des Ansatzes von Claizzi ausgewertet. Die Frauen beschrieben ihre Eindrücke unter Hypnose während der Wehen: Erleichterung und Trost, Selbstvertrauen, Zuversicht, Erfüllung sowie Ausbleiben von Schmerz, Veränderung des Schmerzes hin zu sensorischem Druck, einem Abfall der Furcht bezüglich natürlicher Geburt, Rückgang von Ermüdung und Ängstlichkeit. Sie bemerkten eine verstärkte Konzentration auf Uterus und Cervikalmuskeln, Bewusstheit für alle Phasen der Wehen sowie generell „positives Denken“. Die Geburten wurden im Vergleich zu früheren als sehr befriedigend erlebt.

 

Hypnotherapeutisches olfaktorisches Konditionieren: Fallstudien von Nadelphobie, Panikstörung, und PTSD
Eitan G. Abramowitz und Pesach Lichtenberg

Zusammenfassung: Die Autoren beschreiben eine neu entwickelte Technik (hypnotherapeutisches olfaktorisches Konditionieren, HOK), die mithilfe von Gerüchen starke emotionale Reaktionen hervorrufen kann. Unter Einsatz von Hypnose lernt der Patient, angenehme Gerüche mit einem Gefühl von Sicherheit und Selbstkontrolle zu assoziieren. Der Patient kann danach die neu etablierten Assoziationen einsetzen, um Phobien und Panikattacken zu bewältigen. Dies könnte insbesondere bei PTSD mit Episoden von Angst, Flashbacks und Dissoziationen, die von Gerüchen hervorgerufen werden können, vorteilhaft sein. Die Autoren stellen drei Fälle vor (Nadelphobie, Panikstörung, und PTSD), welche erfolgreich mit der HOK-Technik behandelt wurden.

 

Vergleich von Selbsthypnose und Progressiver Muskelrelaxation bei Patienten mit Multipler Sklerose und chronischem Schmerz.
Mark P. Jensen, Joseph Barber, Joan M. Romano, Ivan R. Molton, Katherine A. Raichle, Travis L. Osborne, Joyce M. Engel, Brenda L. Stoelb, George H. Kraft und David R. Patterson

Zusammenfassung: 22 Patienten mit Multipler Sklerose und chronischem Schmerz nahmen an einer quasi-experimentellen Studie zum Vergleich der Effekte von Selbsthypnose-Training (HYP) und Progressiver Muskelrelaxation (PMR) auf Schmerzintensität und Schmerzinterferenz teil. 8 Teilnehmer erhielten HYP-Training und die restlichen 14 Teilnehmer wurden zufällig den HYP oder PMR Gruppen zugewiesen. Teilnehmer in der HYP-Bedingung berichteten einen signifikant stärkeren Rückgang in Schmerz und Schmerzinterferenz (prä-post-session sowie prä-post-treatment). Diese Effekte waren auch nach drei Monaten noch vorhanden. Die meisten Teilnehmer in beiden Bedingungen berichteten, dass sie die erlernten Fähigkeiten weiter einsetzten und dass sie dabei weniger Schmerzen erlebten. Insgesamt war Hypnosefähigkeit nicht signifikant mit dem Behandlungserfolg assoziiert, wohl aber die Ergebniserwartung vor und nach der ersten Sitzung. Diese Resultate bestätigen die Effektivität von Selbshypnose-Training bei der Behandlung von chronischem Schmerz bei MS-Patienten.

 

Eine Mahnung zur Vorsicht bezüglich der Waterloo Stanford Group Scale of Hypnotic Susceptibility: Eine Kurzdarstellung
Etzel Cardeña Und Devin B. Terhune

Zusammenfassung: Die spärliche Literatur zu Problemen von Hypnosefähigkeits-Messinstrumenten deutet darauf hin, dass verschiedene Skalen unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Die Waterloo-Stanford Group Scale of Hypnotic Susceptibility (WSGC) wurde als eine Gruppenversion der Stanford Hypnotic Susceptibility Scale: Form C (SHSS:C) entwickelt. In Übereinstimmung zur vorhandenen Literatur, welche zeigt, dass die SHSS:C negativere Folgen hervorrufen kann als die Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility: Form A, berichten wir hier vorläufige deskriptive Ergebnisse, die das gelegentliche Auftreten negativer Reaktionen beim WSGC-Altersregressions-Item dokumentieren. Wie schlagen vor, dass Forscher dies berücksichtigen und zumindest sicherstellen, dass hypnotherapeutisch erfahrene Kliniker während der Administration der WSGC zugegen sind.

 

Israelische Normen für die Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C
Pesach Lichtenberg, Haim Shapira, Yuval Kalish und Eitan G. Abramowitz

Zusammenfassung: Eine hebräische Version der 12-Item Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C (SHSS:C) wurde mit 169 Teilnehmern in Israel durchgeführt. Die Autoren verglichen die Ergebnisse mit denen des Englischen Originals (durchgeführt in den USA), mit Ergebnissen einer Gruppe 38 englischsprachiger Teilnehmer aus Israel sowie mit den übersetzten Versionen ins Spanische (2 Versionen, Spanien/Mexiko), Italienische, Deutsche und Holländische. Mittelwerte und paarweise Rankkorrelationen zwischen den Item-Erfolgsraten waren über die Stichproben hinweg ähnlich. Die Reliabilität der Hebräischen Version war etwas niedriger. Wenn die Testung jedoch nach 3 nicht bewältigten Items in Folge abgebrochen wurde, lag die Reliabilität auf vergleichbarer Höhe. Wir schließen daraus, dass die Hebräische Version der SHSS:C zur Feststellung der Hypnosefähigkeit eingesetzt werden kann und dass dabei das Abbruchskriterium verwendet werden sollte.

 
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