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The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis Volume 58, Number 1 - January 2010 - German Verhaltenspersistenz bei der Ausführung posthypnotischer Suggestionen über den Hypnosekontext hinaus: Eine Betrachtung der Rolle von wahrgenommenen Demand Characteristics ESTHER DAMASER, WAYNE G. WHITEHOUSE, MARTIN T. ORNE, EMILY CAROTA ORNE UND DAVID F. DINGES Zusammenfassung: Diese Studie untersuchte die Kompleanz von gering- und hochsuggestiblen Teilnehmern bezüglich der posthypnotischen Langzeitsuggestion, eine spezifische Verhaltensweise in einer späteren, nichthypnotischen Situation durchzuführen. Das Zielverhalten – entweder unter Hypnose als posthypnotische Suggestion gegeben, im Wachzustand als soziale Aufforderung, oder beides, bestand darin, täglich vorausbezahlte Postkarten an den Versuchsleiter über einen nicht festgelegten Zeitraum hinweg zu versenden. Die Befunde zeigen, dass allein die Aufforderung im Wachzustand ausreichte, um hohe Kompleanz herbeizuführen. Mit Ausnahme eines einzelnen Teilnehmers beendeten die mittelgradig Hypnotisierbaren die posthypnotische Suggestion nach sehr wenigen Tagen. Demgegenüber wiesen gut hypnotisierbare Teilnehmer, die die PHS in Verbindung mit einer Suggestion zur posthypnotischen Amnesie erhalten hatten, starke interindividuelle Variabilität im Verhalten auf. Die gut Hypnotisierbaren dagegen, die entweder eine Aufforderung im Wachzustand oder eine Kombination aus PHS und Wachauffoderung erhielten, zeigten ein den mittelgradig Hypnotisierbaren derselben Bedingungen sehr ähnliches Verhalten. Effekte von Hypnose als Zusatz zur intravenösen Sedation bei der Entfernung von Weisheitszähnen (Dritte Molaren): Eine randomisierte, geblindete und kontrollierte Studie. EDWARD F. MACKEY Zusammenfassung: Die Effekte einer hypnotischen/therapeutischen Suggestion in Verbindungen mit intravenöser Sedation und Operation sind in einer Vielzahl klinischer Publikationen dokumentiert. Allerdings gibt es nur wenige randomisierte, kontrollierte und geblindete Studien im Bereich ambulanter Behandlung. Ziel dieser Studie war es, den Einsatz von hypnotischen/therapeutischen Suggestionen als Zusatz zur intravenösen Sedation bei Weisheitszahnpatienten zu evaluieren. Die Patienten wurden zufällig einer Behandlungs- (n =46) oder Kontrollgruppe (n = 54) zugewiesen. Die Behandlungsgruppe hörte eine schnelle Konversationsinduktion und anschließende therapeutischen Suggestionen, die während des gesamten Eingriffs über Kopfhörer eingespielt wurden. Währenddessen wurde die sedative Standarddosis des IV-Anästhetikums verabreicht. Die Kontrollgruppe hörte dabei nur Musik und keinerlei hypnotische Interventionen. Die Menge an intraoperativ verabreichtem Propofol, die postoperativen Schmerzurteile der Patienten sowie die Menge an postoperativ verschriebenen Schmerzmitteln waren in der Behandlungsbedingung im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduziert. Die Implikationen dieser Ergebnisse werden diskutiert. Hypnotisierbarkeit, posttraumatischer Stress und depressive Symptome bei metastatischem Brustkrebs ALEX S. KEUROGHLIAN, LISA D. BUTLER, ERIC NERI UND DAVID SPIEGEL Zusammenfassung: Diese Studie untersuchte den Zusammenhand zwischen hoher Hypnotisierbarkeit mit posttraumatischem Stress und depressiver Symptomatik in einer Stichprobe von 124 metastatischen Brustkrebspatientinnen. Die Werte des Hypnotic Induction Profiles wurden in die Kategorien niedrig und hoch aufgeteilt; posttraumatische Intrusionen und Vermeidungssymptome wurden mit der Impact of Event Scale (IES) erfasst; Übererregunssymptome wurden mittels Fragen aus dem Profile of Mood States erfasst; depressive Symptome mit der Depressionskala des Center for Epidemiologic Studies. Hohe Hypnotisierbarkeit war signifikant mit höheren Werten auf der IES-Gesamtskala assoziiert, ebenfalls mit IES Intrusionssymptomen und depressiven Symptomen. Eine logistische Regression zeigte, dass der IES-Gesamtwert hohe Hypnotisierbarkeit auch nach Anpassung für depressive Symptome und Übererregbarkeit vorhersagt. Die Autoren diskutieren diese Befunde mit Bezug auf andere klinische Populationen und die Implikationen für die psychosoziale Behandlung von metastatischem Brustkrebs. Die Behandlung von chronischem Rückenschmerz (low back pain) mit Hypnose GABRIEL TAN, TENLEY FUKUI, MARK P. JENSEN, JOHN THORNBY UND KAREN L. WALDMAN Zusammenfassung: Beim chronischem Low Back Pain (CLBP) handelt es sich um ein bedeutsames Gesundheitsproblem. Viele Individuen mit CLBP sprechen nicht auf die verfügbaren Behandlungen an. Vorangegangene Forschung legt nahe, dass Hypnose bei vielen CLBP-Fällen effektiv sein kann. Allerdings sind die entsprechenden Befunde Großteils veraltet und bezogen sich mehrheitlich nur auf einzelne Fallstudien. Diese Pilotstudie zeigt dass ein kurzes, 4 Sitzungen dauerndes, standardisiertes Selbsthypnoseprotokoll, verbunden mit Psychoedukation, signifikant und substantiell die Schmerzintensität und –beeinträchtigung reduziert. Signifikante Reduktionen traten auch bei Schmerzurteilen und in Bezug auf Stimmung auf. Allerdings deuten die Follow-up-Resultate an, dass diese Vorteile nicht über die Zeit hinweg aufrechterhalten werden konnten. Diese Befunde sollten durch größere klinische Studien repliziert und bestätigt werden, bei denen auch die Langzeiteffekte dieser Behandlungsform erfasst werden könnte. Hypnotische Träume als eine Linse für die hypnotische Dynamik AMIR RAZ, HEATHER R. SCHWEIZER, HONGTU ZHU UND ELIZABETH NELLIE BOWLES Zusammenfassung: Die hypnotische Beziehung stellt einen wichtigen Parameter sowohl im experimentellen als auch im therapeutischen Kontext dar. Hypnotische Träume können als Linse genutzt werden, um die hypnotische Beziehung zu beleuchten. Durch Antwort auf 5 Fragen pro Item beurteilten 70 Urteiler 12 Beschreibungen kurzer hypnotischer Träume (durchgeführt als Teil der Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C). Die Daten zeigen, dass die Urteiler korrekt in der Lage waren, hoch Hypnotisierbare von gering hypnotisierbaren Teilnehmern zu unterscheiden. Interessanterweise zeigten hoch hypnotisierbare Frauen, die von einer männlichen Person betreut wurden, stärkere sexuell beladene Träume als gering hypnotisierbare Frauen oder Männer beider Gruppen. Diese Befunde liefern wichtige Anhaltspunkte für weitere Forschung zur Übertragung im Bereich der hypnotischen Beziehung und zum Einsatz hypnotischer Träume. Hypnotisierbarkeit und Annahmen bezüglich Hypnose im Rahmen einer klinischen Studie zur hypnotischen Schmerzkontrolle und zu Angst bei Schwangerschaftsabbruch ALEXANDRA DUFRESNE, PIERRE RAINVILLE, SYLVIE DODIN, PATRICK BARRÉ , BENOÎT MASSE, RENÉ VERREAULT UND ISABELLE MARC Zusammenfassung: Diese deskriptive Untersuchung evaluiert die Auswirkungen hypnoanalgetischer Erfahrungen auf die Hypnotisierbarkeit von Teilnehmern sowie ihre Meinung über Hypnose. Außerdem werden Faktoren, die mit der Hypnotisierbarkeit einhergehen, untersucht. Mithilfe der Stanford Hypnotic Susceptibility Scale: Form A wurde die Hypnotisierbarkeit von 290 Frauen gemessen, einen Monat nach der Teilnahme an einer randomisierten klinischen Untersuchung, die die Effekte eine Hypnoseintervention vs. Standardbehandlung bei Angst-/Schmerzsymptomatik im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbruch evaluierte. Das Regressionsmodell für die Hypnosefähigkeit (F = 13.55; p < .0001; R2 = 0.20) lieferte 5 Variablen, darunter allerdings nicht der Gruppenfaktor „Intervention“. Die Variable mit dem höchsten Anteil erklärter Varianz (62.9%) war die Menge erlebter Automatizität/Unwillkürlichkeit. Meinungen bezüglich Hypnose änderten sich durch die Erfahrung von Hypnose im Vergleich mit der Standardbehandlung, die Veränderung hing aber nicht vom Ausmaß der Hypnotisierbarkeit ab. Hypnoanalgesie beeinflusste zwar nicht die Hypnosefähigkeit, wohl aber die Meinungen über Hypnose. Im Einklang mit vorangehenden Befunden scheint das Ausmaß erlebter Automatizität am besten die Hypnosefähigkeit zu erklären. Effektivität von Hypnose bei der Behandlung von Human Papillomavirus (HPV) bei Frauen in ländlichen und städtische Stichproben ARREED BARABASZ, LINDA HIGLEY, CIARA CHRISTENSEN UND MARIANNE BARABASZ Zusammenfassung: Dieser Artikel untersucht die Effekte von Hypnose auf Immunfaktoren und ob es sich hierbei um einen Schlüsselmechanismus bei der hypnotischen Behandlung der Genitalinfektion HPV handeln könnte. HPV stellt eine weit verbreitete, sexuell übertragbare Erkrankung dar und kann zu Cervix sowie weiteren Krebsarten führen. Die gängigen medizinischen Maßnahmen zielen vor allem auf das Gewebe ab (Säuren, Befrostung, Operation). Medizinische Warzenbehandlung ist allerdings nur zu 30-70 % erfolgreich und das Wiederauftreten ist häufig. Unsere Forschung kontrastiert die alleinige hypnotische Behandlung mit der ausschließlich medizinischen. Die untersuchten Stichproben stammten dabei aus ländlichen und urbanen Gemeinden. Sowohl hypnotischen als auch die medizinische Behandlung ergaben eine statistisch signifikante Reduktion (p<.04) bezüglich der Fläche und der Menge an Läsionen. Bei der Nachuntersuchung nach 12 Wochen lagen die Beseitigungsraten allerding im Verhältnis 5:1 zugunsten von Hypnose. Hypnotisierbarkeit und sensomotorische Integration: Ein Projekt der italienischen Raumfahrtbehörde MANUEL MENZOCCHI, GIULIA PAOLETTI, ALEXA HUBER, GIANCARLO CARLI, FRANCESCA I. CAVALLARO, DIEGO MANZONI UND ENRICA L. SANTARCANGELO Zusammenfassung: Bei gut hypnotisierbaren Individuen ist die Kontrolle der Körperhaltung stärker unabhängig von sensorischer Information als bei gering hypnotisierbaren Teilnehmern. Das Ziel der vorliegenden Studie war zu untersuchen, ob die Lokomotion bei gut Hypnotisierbaren weniger von visueller Unterdrückung und von Veränderungen von propriozeptiven Signalen im Nackenbereich ist als bei gering Hypnotisierbaren. 18 gut und 20 gering hypnotisierbare Teilnehmer sollten mit verbundenen Augen geradeaus laufen (in der Basisbedingungen mit dem Gesicht nach vorne). Diese Durchgänge fanden bei realer vs. vorgestellter Kopfbewegung nach rechts/links und gleichzeitigen mentalen Rechenaufgaben statt. Die gut Hypnotisierbaren bemerkten Abweichungen von der geraden Linie besser als die gering Hypnotisierbaren. Ihre Laufrichtung war unter der Basisbedingung gerader und weniger von Rechenaufgaben und Kopfbewegung beeinflusst. Diese Befunde bestätigen die geringere Abhängigkeit gut hypnotisierbarer Teilnehmer von eingehender sensorischer Information, obwohl diese nicht definitiv auf eine bessere Repräsentation des Raumes oder einen größere Verhaltensautomatizität zurückgeführt werden kann .
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