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July 2011 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 59, Number 3 - July 2011 - German

 

Die soziokognitive und die dissoziative Theorie der Hypnose: Ein Annäherungsversuch
Steven Jay Lynn UND Joseph P. Green

Abstract: Im einleitenden Artikel mit besonderem Augenmerk auf die soziokognitive Perspektive der Hypnose, stellen die Autoren zwei einflussreiche Hypnosetheorien entgegen – die soziokognitive sowie die dissoziative Perspektive – und weisen darauf hin, dass die jüngsten Entwicklungen innerhalb der sozialkognitiven Theorie (bspw. Response Set Theorie) sowie im breiteren Bereich der kognitiven Psychologie mit Bezug auf die unbewusste Verarbeitung von Informationen und zielgerichtetem Handeln eine Annäherung zwischen theoretischen Modellen und empirischer Unterstützung möglich machen.

 

Die Auswirkungen hypnotischer Suggestibilität in klinischen Behandlungsumgebungen
Guy H. MONTGOMERY, Julie B. Schnur, und Daniel David

Abstract: Hypnotische Suggestibilität wurde als ein starker Prädiktor für Ergebnisse beschrieben, die mit hypnotischen Interventionen in Verbindung stehen. Allerdings gab es in der Literatur keine systematischen Ansätze zur Quantifizierung dieses Effekts. Die vorliegende Meta-Analyse bewertet die Größe des Effekts der hypnotischen Suggestibilität auf hypnotische Ergebnisse im klinischen Umfeld. PsycINFO und PubMed wurden jeweils von ihren Anfängen bis Juli 2009 durchsucht. Vierunddreißig Effekte aus 10 Studien und 283 Teilnehmer sind wurden berichtet. Die Ergebnisse zeigten eine statistisch signifikante Gesamteffektgröße im kleinen bis mittleren Bereich (r = 0,24, 95% Konfidenzintervall = -0,28 bis 0,75), welche darauf hinweist, dass eine größere hypnotischen Suggestibilität zu größeren Wirkungen der Hypnose-Interventionen geführt hat. Hypnotische Suggestibilität erklärt 6% der Varianz der Ergebnisse. Studien mit einer kleineren Stichprobengröße und pädiatrische Stichproben führten zu stärkeren Effektgrößen. Die Autoren diskutieren die Nützlichkeit der Beurteilung der hypnotischen Suggestibilität in klinischen Kontexten.

 

Sind hoch-hypnotisierbare Personen besonders anfällig für False Memory-Effekte? Eine soziokognitive Perspektive
Graham F. Wagstaff, Jacqueline M. Wheatcroft, und Anna Christina Jones

Abstract: Der vorliegende Artikel befasst sich mit Fragestellungen, welche durch einen aktuellen britischen Rechtsfall ausgelöst wurden, in dem die Verteidigung argumentierte, dass die Anschuldigungen eines hoch hypnotisierbaren Klägers wahrscheinlich auf der Grundlage falscher Erinnerungen basieren würden.
Die Autoren argumentieren, dass die Evidenz bezüglich der Hypnotisierbarkeit und der Produktion falscher Erinnerungen inkonsistent ist, diese jedoch durch eine soziokognitive Perspektive näher beleuchtet werden könnte. Sie präsentieren 2 Vorstudien in denen gezeigt wird, dass wenn gegebene Instruktionen eine genaue Berichterstattung als Merkmal von Hypnose implizieren, hoch hypnotisierbare Probanden sogar widerstandsfähiger gegenüber falschen Erinnerungen sein können, welche durch irreführende Informationen während der Hypnose entstehen können, als moderat hypnotisierbare Probanden. Die Autoren schließen daraus, dass es kaum Hinweise darauf gibt, hohe Hypnotisierbarkeit und die Neigung zur Produktion falscher Erinnerungen miteinander zu verknüpfen, wenn die Gedächtnisgenauigkeit stärker betont wird als die Produktivität.

 

Reaktion auf hypnotische und nichthypnotische Suggestionen: Leistungsstandards, imaginative Suggestibilität und Antworterwartungen
Eric C. MEYER und Steven Jay Lynn

Abstract: Diese Studie untersuchte den relativen Einfluss hypnotischer Induktionen sowie mehrerer anderen Variablen auf die hypnotische und nichthypnotische Reaktionsfähigkeit auf imaginative Suggestionen. Die Autoren untersuchten,  inwiefern imaginative Suggestibilität, Antworterwartungen, die Motivation, auf Suggestionen zu reagieren sowie Hypnotiseur-Leistungsstandards die Antworten der betroffenen Teilnehmer sowohl auf hypnotische als auch auf nichthypnotische Suggestionen und deren suggestionsbezogene Erfahrungen beeinflussen können. Die Suggestionen wurden 5 Gruppen von Teilnehmern im Rahmen eines eines Test-Retest-Designs präsentiert: (1) strenge Leistungsstandards (2) milde Leistungsstandards; (3) Hypnose Test-Retest, (4) Keine-Hypnose Test-Retest und (5) Keine Hypnose/Hypnose Kontrollgruppe.
Die Autoren fanden keine Belege für den Einfluss einer hypnotischen Induktion oder von Leistungsstandards auf die Reaktion auf Suggestionen, sie fanden jedoch beachtliche Hinweise auf die Rolle der imaginativen Suggestibilität sowie für Antworterwartungen bei der Vorhersage von Antworten sowohl auf hypnotische als auch auf nichthypnotische Suggestionen.

 

Theorie der unterschiedlichen Zustände: Tot oder lebendig?
Irving Kirsch

Abstract: Theoretische Positionen werden bei der Thematisierung unterschiedlicher Zustände eher auf einem Kontinuum als strikt dichotom bezogen. Während einige Unterschiede zwischen Positionspaaren nur von schwachem oder gar keinem wesentlichen Interesse sind, sind andere wiederum für das Verständnis der Natur hypnotischer Phänomene sehr wichtig. Aktuelle Daten aus einer Studie mit bildgebenden Verfahren am Gehirn von der University of Hull werden in Hinblick auf ihre Implikationen im Zusammenhang mit der Existenz und der funktionellen Signifikanz der angenommenen hypnotischen Zustände überprüft.

 

Kann das Neuroimaging der Suggestion die hypnotische Trance aufklären?
AMIR RAZ

Abstract: Aktuelle Studien innerhalb der kognitiven Neurowissenschaften der Aufmerksamkeit und der Suggestion werfen ein neues Licht auf die zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen, die die Effekte operationalisieren. Ohne eine gewisse Vorsicht, die bei der Bildgebung am menschlichen Gehirn stets geboten sein sollte, können Erkenntnisse aus bildgebenden Studien jedoch vielmehr begeistern als tatsächlich erklären. Wissenschaftler, Praktiker, Fachleute und Verbraucher müssen erkennen, dass der Einfluss, den Worte auf die fokale Hirnaktivität ausüben, zwar messbar ist, diese Messungen jedoch oft sehr schwierig zu interpretieren sind. Während die jüngste bildgebende Forschung zunehmend Suggestion und Hypnose variiert, bleiben Korrelationen umfassender hypnotischer Erfahrungen mit bestimmten Substraten im Gehirn leider dürftig. Dieses Papier beleuchtet die zunehmende Rolle der kognitiven Neurowissenschaften bei der Kontextualisierung Trance-ähnlicher Konzepte, einschließlich der Vorteile und der wesentlichen Grenzen des Neuroimaging.

 
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