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April 2006 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 54, Number 2 - April 2006 - German
Special Issue on Ego State Therapy

 

Die sechs Akteure auf der inneren Bühne: Der Einsatz der Ego-State-Therapie bei körperlichen Erkrankungen
Carol Ginades

Zusammenfassung: Die Symptome von körperlichen Erkrankungen sprechen häufig durch eloquente eingebaute Metaphern, die tiefere unbewusste Konflikte und Bedeutungen ausdrücken. Die therapeutische Einstellung  auf die vielschichtigen Probleme im Zusammenhang mit den körperlichen Erkrankungen eines Patienten, kann dazu beitragen, Konflikte aufzudecken und zu bearbeiten, welche eine körperliche und emotionale Besserung  behindern. Neben den hilfreichen hypnotisch unterstützten psychotherapeutischen Ansätzen, bieten die Ego-State-basierten Methoden einen schnellen Zugang zu den mit der Krankheit in Verbindung stehenden Problemkreisen. In diesem Artikel werden sechs unterschiedliche Ich-Zustände besprochen, die eine bedeutende Rolle im Krankheitserleben vieler Patienten spielen. Fünf davon sind dauerhafte Bestandteile der Psyche des Patienten, wohingegen sich der sechste auf das mitschwingende Selbst des Therapeuten bezieht. Alle sechs Zustände sind bedeutsam, wenn der Therapeut umfassende Besserungen bei psychosomatischen Zuständen erreichen will.

 

Hypnose in einer Virtual-Reality-Umgebung bei verbrennungsbedingtem Schmerz
David Patterson, S. Wiechman, M. Jensen und S. Sharar

Dies ist die erste Studie, die Virtual-Reality-Technologie bei einer Reihe von Patienten einsetzt, um hypnotische Analgesie weniger anstrengend für die Patienten zu machen und durch den Wegfall der notwendigen Anwesenheit eines ausgebildeten Klinikers die Effizienz von Hypnose zu erhöhen . Diese automatisierte hypnotische Induktion wurde eingesetzt, um Patienten mit Verbrennungen hypnotische Analgesie zu vermitteln während sie sich schmerzhaften Wundversorgungsmaßnahmen unterzogen. Prä- und Post-Maße wurden bei 13 Patienten mit Brandverletzungen über drei Tage hinweg erhoben. Bei einer unkontrollierten Reihe von Fällen kam es zu einem Abfall der berichteten Schmerzhaftigkeit sowie Angst, und der Verbrauch opioider Medikation wurde halbiert. Die Ergebnisse regen dazu an, den Einatz und die Effizienz von hypnotischer Analgesie über Virtual-Reality-Hypnose-Umgebungen weiter zu untersuchen.

 

Achtsamkeit, Akzeptanz und Hypnose: Kognitive und klinische Perspektiven
Steven Jay Lynn, Lama Surya Das, Michael Hallquest und John Willliams

Die Autoren schlagen den kombinierten Einsatz von hypnose- und achsamkeitsbasierten Ansätzen vor, um adaptive Antwortsets zu generieren und maladaptive Antwortsets zu deautomatisieren. Sie geben einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zur Effektivität von achtsamkeitsbasierten Ansätzen im klinischen wie auch im nichtklinischen Kontext und schlagen vor, dass die kognitiven Grundlagen der Achtsamkeitsansätze in den Begriffen der meta-kognitiven Basis achtsamer Aufmerksamkeit (Toneattos Erläuterungen zur buddhistischen Sichtweise des Denkens) wie auch in der Antwort-Set-Theorie von Kirsch und  Lynn konzeptualisiert werden können. Außerdem legen sie nahe, dass Achtsamkeit als Vorlage zur Erzeugung einer Reihe von Suggestionen dienen kann, welche kognitive Strategien zum Umgang mit Problemen, zur Stressreduktion und der Reduktion negativen Affekts im allgemeinen beinhalten. Viele der Ideen, die von den Autoren vorgebracht werden, sind bislang noch spekulativ und sollen zusätzliche Forschung und klinische Arbeit  in Gang setzen.

 

Die besonderen Wirkungen von Hypnose und Hypnosetherapie: Ein Beitrag zu einem ökologischen Modell therapeutischer Veränderung
Matthias Mende

Es gibt genügend Belege für die Tatsache, dass Hypnose die Effektivität von Psychotherapie erhöht und zusätzlich einige erstaunliche Effekte bewirkt. In diesem Artikel werden die wirksamen Komponenten und Prinzipien von Hypnose und Hypnosetherapie untersucht. Spezielle hypnotische und hypnosetherapeutische Effekte werden zu dem Befund in Beziehung gesetzt, wonach die ökologischen Erfordernisse therapeutischer Veränderung implizit und/oder explizit mit einbezogen werden, wenn hypnotische Trance im therapeutischen Setting zum Einsatz kommt. Die hypnotische Situation wird – theoretisch und anhand von Fallbeispielen - als ein Kontext beschrieben, in welchem grundlegende emotionale Bedürfnisse nach Autonomie, Zugehörigkeit, Kompetenz und Orientierung befriedigt und in Einklang gebracht werden. Der Autor illustriert wie die hypnotische Beziehung dazu beiträgt, eine förderliche ökologische Balance zwischen diesen Bedürfnissen zu erreichen - eine Balance die als notwendige Voraussetzung von Salutogenese erachtet wird. Praktische Implikationen für die Planung hypnosetherapeutischer Interventionen werden diskutiert.

 

Suggestionen veränderter Balance: Mögliche Äquivalenz von Vorstellung und Wahrnehmung
Giancarlo Carli  and  Carmela Rendo, Laura Sebastiani und  Enrica l. Santarcangelo

Hypnotische Suggestionen, in denen eine veränderte Wahrnehmung beschrieben wird, induzieren entsprechende Veränderungen im Erleben und Verhalten der Versuchsteilnehmer. Allerdings ist nicht bekannt, ob eine implizite Suggestion, die lediglich indirekt auf eine veränderte Wahrnehmung hinweist, auch eine Reaktion im Verhalten bewirkt, welche mit dem Verhalten in einer realen Situation korrespondiert. In dieser Untersuchung wurde einer Gruppe hoch bzw. gering suggestibler Versuchspersonen die implizite Suggestion „rückwärts Fallen“ gegeben, nachdem diese entweder zuvor eine hypnotische Induktion durchlaufen hatten oder aber ohne vorherige Induktion teilnahmen. Die Körperhaltung wurde mithilfe eines Elite-Systems aufgezeichnet. Die Messwerte nach der impliziten Suggestion wurden mit denen nach einer expliziten Suggestion verglichen. Bei der Gruppe der Hochsuggestiblen (mit/ohne vorherige Induktion) entsprachen die Veränderungen der Körperhaltung den erwartbaren Veränderungen in realen Situationen. Bei der Gruppe der Geringsuggestiblen mit Induktion zeigte sich hingegen keine Reaktion. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf eine mögliche Äquivalenz von Vorstellung und Wahrnehmung bzw. eines Fehlens motorischer Inhibition, die normalerweise bei motorischen Vorstellungen auftritt, diskutiert.

 

Metaanalyse von Geschlecht, Raucherentwöhnung und Hypnose: Ein Kurzbeitrag
Joseph P. Green, Steven Jay Lynn und Guy H. Montgomery

Eine Metaanalyse ergab, dass nach hypnotischen Entwöhnungsbehandlungen Männer häufiger als Frauen Abstinenz vom Rauchen berichten. Über zwölf Studien, bei denen Hypnose in der Behandlung eingesetzt wurde und in denen Ergebnisstatistiken getrennt nach Geschlecht berichtet wurden, fanden die Autoren, dass das Chancenverhältnis für die Erreichung des Abstinenzkriteriums für Männer gegenüber den Frauen 1.37 betrug. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit den Befunden aus nichthypnotischen Behandlungen, in denen ebenfalls berichtet wird, dass es Frauen schwerer fällt als Männern, Abstinenz bezüglich des Rauchens zu erreichen.

 

Motorische und sensorische dissoziative Phänomene bei induzierter Katalepsie: ein Kurzbeitrag
Muriel A. Hagenaars, Karin Roelofs, Kees Hoogduin und Agnes van Minnen

Ziel der vorliegenden Studie war es, dissoziative Symptome, die als Epiphänomen taktil induzierter Katalepsie auftreten können, zu untersuchen. Katalepsie des rechten Arms wurde bei 15 Teilnehmern induziert und die dissoziativen Symptome wurden mittels eines Selbsberichts evaluiert. Der rechte Arm wurde Im Vergleich zum linken, nicht-kataleptischen Arm, verändert erlebt. Zusätzlich zur größeren Rigidität zeichnete sich der kataleptische Arm durch das Vorhandensein von Parästhesien, einer herabgesetzen Empfindungswahrnehmung und einer verminderten Bewußtheit des Arms aus. Darüber hinaus korrelierten die berichteten Veränderungen der Wahrnehmung signifikant mit dem Teil der hypnoseinduzierten Arm-Unbeweglichkeit aus der Stanford-Skala. Aus dem Ergebnis wird gefolgert, dass die Induktion von Katalepsie verschiedene dissoziative Symptome hervorruft und ein nützliches Paradigma für die Erforschung motorisch-perzeptiver dissoziativer Phänomene darstellt.

 
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