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July 2005 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 53, Number 3 - July 2005 - German

 

Aufmerksamkeit und Hypnose: Neuronale Substrate und genetische Zusammenhänge von zwei zusammenlaufenden Prozessen
Raz Amir

Zusammenfassung: Obwohl Aufmerksamkeit ein zentrales Thema in der Psychologie darstellt, beziehen Hypnoseforscher nur selten Befunde aus der Aufmerksamkeitsforschung in ihre Arbeiten ein. Wie auch andere biologische Systeme, verfügt auch Aufmerksamkeit über distinkte physiologische Grundlagen, auf deren Basis psychologische Prozesse ablaufen. Spezifische Gehirnverletzungen, Bewusstseinszustände und Drogen können allesamt Aufmerksamkeitsnetzwerke beeinflussen. Die Untersuchung dieser Netzwerke unter Verwendung moderner bildgebender Verfahren hat wichtige aufmerksamkeitsbezogene Mechanismen aufgedeckt. Im Zeitalter der Genforschung könnten genetische Ansätze zusätzlich zu den Befunden aus bildgebenden Untersuchungen herangezogen werden. Genetische Untersuchungen stellen ein zunehmend billigeres und praktikableres Komplement zu phänotypischen Untersuchungen dar. Exploratorische genetische Untersuchungen ermöglichen Einblicke in die genetischen Grundlagen von Aufmerksamkeit und Hypnotisierbarkeit. Dieser Artikel erörtert relevante Aspekte von Aufmerksamkeitsmechanismen und ihrer zugrundeliegenden Neuroanatomie im Bezug zur Hypnoseforschung. Befunde aus Studien zu Aufmerksamkeitsnetzwerken, bildgebenden und genetischen Untersuchungen können dazu beitragen, interindividuelle Unterschiede der Hypnotisierbarkeit und die mit Hypnose befassten neuronalen Subsysteme besser zu verstehen.

 

Die Definition von Hypnose der APA-Division 30 von 2003
Joseph P. Green, Arreed F. Barabasz, Deirdre Barrett und Guy H. Montgomery

Zusammenfassung: Dieser Artikel erläutert die Gründe für die Entwicklung einer neuen Definition von Hypnose durch die Society of Psychological Hypnosis, Division 30, der American Psychological Association. Sowohl theoretische als auch praktische Schlussfolgerungen führten zu der Ausarbeitung einer Definition, welche für Kliniker, Forscher und Laien gleichermaßen verständlich sein soll. Die Definition findet sich abgedruckt am Ende des Artikels.

 

Die Bedeutung von Aufrichtigkeit bei der Erstellung wissenschaftlicher Definitionen: Wissenschaft und Szientismus sind nicht dasselbe
Michael R. Nash

Zusammenfassung: Die Definition von Hypnose der APA Division 30 erscheint bedingt löblich. So beschreibt das Komitee etwa die „Induktion“ zurecht als nichts anderes als die erste Suggestion nach der Einführung der Patienten. Die Definition scheitert jedoch an der Nicht-Stellungnahme bezüglich der Frage, ob das Wort Hypnose während der Prozedur fallen muss. Diese Unbestimmtheit ebnet den Weg für experimentelle Designs, welche vorweg Hypnosegruppe und Kontrollgruppe danach einteilen, ob das Wort Hypnose im weiteren Verlauf geäußert wird oder nicht. Solche Designs stellen einen Rückschritt auf das Niveau eines naiven Operationalismus dar; sie werden wenig Neues herausfinden, weder über die menschliche Natur noch über Hypnose. Das Gebiet verdient eine heuristisch wertvolle Definition, welche zugleich den Pluralismus bewahrt und resistent gegenüber Vorab-Definitionen ist. Wie brauchen eine Definition, welche die Unvollständigkeit unserer Konzepte anerkennt, faire epistemologische Voraussetzungen für gegenwärtige Theorien schafft und diese in die Lage versetzt, Neues zu entdecken.

 

Präferenzen für Deskriptoren der Hypnose: eine Kurzinformation
Ciara C. Christensen

Zusammenfassung: In der aktuellen Literatur tauchen unterschiedliche Begriffe für die Fähigkeit, Hypnose zu erleben, auf. Sie alle versuchen, dasselbe Phänomen zu beschreiben. Mitglieder der Society for Clinical and Experimental Hypnosis, welche Artikel publiziert haben, wurden nach ihren Vorlieben befragt. Die zur Wahl stehenden Beschreibungen wurden empirisch aus aktuellen Artikeln des International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis sowie Eingaben des Exekutivkommitees der SCEH ermittelt. Die Teilnehmer gaben zusätzlich an, welchem primären theoretischen Verständnis von Hypnose sie anhängen. Hypnotisierbarkeit (Hypnotizability) wurde viermal häufiger als Beschreibung der hypnotischen Fähigkeiten gewählt als der zweitplazierte Begriff, die Susceptibilität (Susceptibility). Hinsichtlich der primären theoretischen Orientierung wurde „Hypnose als identifizierbarer Bewusstseinszustand“ mehr als viermal so oft gewählt wie die sozial-kognitive Perspektive. Dieses Ergebnis lässt erkennen, dass die Auffassung, bei Hypnose handele es sich um einen primär eigenständigen Bewusstseinszustand heutzutage nur von wenigen vertreten wird.

 

Die Behandlung psychologischer Probleme im medizinischen Umfeld: die Rolle von Hypnose in der primärmedizinischen Versorgung als dem de facto Gesundheitssystem
Rodger Kessler

Zusammenfassung: Psychologische Komorbiditäten mit medizinischen Krankheiten sind assoziiert mit einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand, einem erschwerten medizinischen Management, verstärkter Inanspruchnahme sowie höheren Kosten medizinischer Dienstleistungen. Hypnose-Praktiker in spezialisierten psychologischen oder psychiatrischen Behandlungssettings behandeln solche Patienten nur selten. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die psychologischen Probleme der Patienten ausschließlich im Rahmen der primärmediziniscchen Versorgung behandelt werden. Überweisungen der Patienten aus der Primärversorgung in psychotherapeutische Behandlung führen oft nicht zur Aufnahme einer psychologischen oder hypnotherapeutischen Behandlung. Zugleich ist bekannt, dass eine integrative medizinische und psychologische Behandlung in Arztpraxen eine höhere Behandlungsaufnahmequote und verbesserte Behandlungsergebnisse mit sich bringt. Hypnose gilt als empirisch fundiertes und effektives Behandlungsverfahren für viele medizinische Probleme. Dennoch haben die Patienten keinen Zugang zu den effektiven Hypnoseinterventionen zur Mitbehandlung medizinischer Probleme, solange die Hypnose-Praktiker nicht in diesen medizinischen Einrichtungen arbeiten.

 

Die Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility: Genauigkeit des Selbstberichts und Gedächtnis für die Items
Jarred Younger, David D. Kemmerer, Justin D. Winkel und Michael R. Nash

Zusammenfassung: Frühe Studien berichten eine mäßig hohe Übereinstimmung zwischen Selbstberichts- und Fremdberichts-Ratings der Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility, Form A (HGSHS:A). Bei all diesen Studien besteht jedoch das Problem, dass die Teilnehmer wussten, dass sie direkt beobachtet wurden. In der vorliegenden Studie beobachteten eingeweihte Komplizen heimlich die hypnotischen Reaktionen der übrigen Teilnehmer einer Gruppe. Im Anschluss an die Hypnosesitzung gaben die Teilnehmer an, ob sie sich an die einzelnen Items erinnerten und gaben Selbstberichte ihrer Hypnoseerfahrungen ab. In der Studie wurde die Genauigkeit des Selbstberichts der Teilnehmer für die Hypnoseitems erhoben, während die Teilnehmer nicht wussten, dass sie beobachtet wurden. Zweiunddreißig Prozent der Teilnehmer konnten mindestens ein Item der Hypnosesitzung nicht mehr wiedererkennen, was darauf hindeutet, dass das Nichterinnern von Items ein verbreitetes Phänomen darstellt. Wenn die Teilnehmer angaben, dass sie sich nicht an ein Item erinnern konnten, lag die Genauigkeit ihres Selbstberichts auf Zufallsniveau.

 

Mexikanische Normen für die Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C
Omar Sánchez-Armáss und Arreed F. Barabasz

Zusammenfassung: Normative Daten der mexikanischen Version der Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C (SHSS:C) werden vorgelegt. Siebenundzwanzig Rater führten die Skala mit 513 mexikanischen Freiwilligen durch. Die Verteilung der Werte, Itemanalysen und Reliabilitäten der SHSS:C werden präsentiert und mit anderen internationalen Normierungsstudien verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die psychometrischen Eigenschaften der mexikanischen Version der SHSS:C im wesentlichen denen der niederländischen, deutschen, italienischen und US-amerikansichen Vergleichsstichproben entsprechen. Die höheren Mittelwerte der Stichprobe weisen allerdings darauf hin, dass Mexikaner möglicherweise über bessere Hypnose-Fähigkeiten verfügen, so dass sie vermutlich auf hypnosetherapeutische Interventionen besonders gut ansprechen, welche die gegenwärtige Gesundheitssituation verbessern könnten.

 
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