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April 2005 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 53, Number 2 - April 2005 - German

 

Trance und Trickster
Stanley Krippner

Zusammenfassung: In diesem Artikel wird behauptet, dass hypnotische Phänomene marginaler Natur sind und dass praktizierende Hypnotiseure viel gemeinsam haben mit den Trickstern traditioneller Gesellschaften. Das nicht festlegbare Wesen der Hypnose war bereits zur Zeit von Mesmers Animalischem Magnetismus erkennbar. Hypnotisierte Personen berichten oft von Halluzinationen, die ihre Unterscheidungsfähigkeit zwischen Realität und Illusion, zwischen externen und internen Prozessen sowie weiteren Gegensatzpaaren - darunter auch Raum und Zeit oder Geist und Körper - beeinträchtigen. Zusätzlich dazu kann Hypnose die Unterscheidung zwischen Fakten und Fiktionen im Gedächtnis verschleiern, wie in der Debatte um „aufgedeckte Gedächtnisinhalte“ offenkundig wurde. Die Rolle der Imagination ist zentral sowohl für Rituale in traditionellen Kulturen als auch für Hypnose. Hypnose ist ein vielgestaltiges Phänomen, welches Erklärungen auf verschiedenen Ebenen erfordert. Einige Forscher und Praktiker haben die Bedeutung des sozialen Kontexts, innerhalb dessen Hypnose stattfindet, vernachlässigt, andere hingegen hätten beinahe die interessantesten und wertvollsten hypnotischen Phänomene unter dem Deckmantel der Objektivität vernichtet.

 

Überlegungen zu einigen ungelösten Problemen der Hypnose
Theodore Sarbin

Zusammenfassung: Überlegungen leiteten den Autor bei der Erstellung dieses Artikels. Nachdem er etwa zwei Drittel eines Jahrhunderts mit Arbeit im und um das Gebiet der Konstruktion des Themas „Hypnose“ zugebracht hat, kann er das Privileg für sich reklamieren, Überlegungen anstelle von neuem Datenmaterial oder überarbeiteten Theorien anzubieten. Seine Überlegungen beinhalten einige autobiographische Darstellungen, welche dabei helfen, aufzuklären wie er dazu kam, Verhalten, das traditionell unter der Bezeichnung Hypnose zusammengefasst wurde, als Handeln im Rahmen sozialer Rollen zu interpretieren, welches durch Vorstellungsvermögen vermittelt werde.

 

Direkte und indirekte Skalen der hypnotischen Suggestibilität: Widerstand gegenüber der Therapie und psychometrische Vergleichbarkeit.
Betsey R. Robin, V. K. Kumar, & Ronald J. Pekala

Zusammenfassung: Teilnehmergruppen wurden zufällig aufgeteilt, um entweder einen direkten Hypnosetest in Form der Harvard Group Scale of Hypnotic Suggestibility, Form A (HGSHS:A) oder deren indirekte Entsprechung, den Alman-Wexler Indirect Hypnotic Suggestibility Scale (AWIHSS) durchzuführen. Vor der Hypnose füllten die Teilnehmer das Inventory of Childhood Memories and Imaginings (ein Maß der Phantasie-Neigung) und die Therapeutic Reactance Scale (TRS, ein Maß zur Erfassung des Widerstands gegenüber therapeutischen Anweisungen) aus. Das Phenomenology of Consciousness Inventar wurde in Bezug auf eine zweiminütige Periode stillen Sitzens vervollständigt, welche während der jeweiligen Hypnose stattfand. Obwohl die Resultate nahe legen, dass die beiden Skalen austauschbare Maße der Hypnotisierbarkeit sind, gab es dennoch einige Unterschiede: (a) die Itemschwierigkeiten unterschieden sich bei vier der zwölf Items; (b) die Versuchspersonen berichteten bei der direkten Methode einen stärker veränderten Bewusstseinszustand; (c) entgegen den bisherigen Forschungsergebnissen reagierten Versuchspersonen mit geringerem Widerstand besser auf die AWIHSS, obwohl die Versuchspersonen mit stärkerem Widerstand tendenziell höhere Werte bei der HGSHS:A hatten.

 

Motorische Vorstellungen in Hypnose: Genauigkeit und Dauer motorischer Vorstellungen im Wachzustand und in Hypnose
Brigitte Konradt, Salim Deeb und Oskar-Berndt Scholz

Zusammenfassung: Diese Studie erhob Reaktionszeiten auf und Genauigkeit von motorischen Vorstellungen im Wachzustand und in Hypnose sowie weitere Reaktionen bezüglich der hypnotischen Erfahrungen. Der Vividness of Motor Imagery Questionnaire (VMIQ) wurde 47 Teilnehmern vorgelegt. Ein „Mental Walking Task“ wurde anschließend im Wachzustand durchgeführt. In Hypnose wurde dieselbe Aufgabe im Rahmen eines imaginären Spaziergangs im Anschluss an eine Hypnoseinduktion durchgeführt. Es zeigte sich eine Interaktion zwischen der Bedingung (wach bzw. in Hypnose) und den Entfernungen. Je weiter die Teilnehmer in ihrer Vorstellung gehen sollten, desto länger benötigten sie dafür. In allen Bedingungen brauchten die Teilnehmer in Hypnose länger (p < 0.001) und gaben die Unterschiede zwischen den verschiedenen Distanzen weniger genau wieder (p < 0.001). Ein Zusammenhang zwischen den motorischen Vorstellungen und dem Ansprechen auf Hypnose schien sich zu zeigen. Die Ergebnisse stützen eine state-trait-Konzeption des Vorstellungsvermögens.

 

Kontrollbedingungen in klinischen Studien zur hypnotischen Analgesie: Herausforderungen und Empfehlungen
Mark P. Jensen und David R. Patterson

Zusammenfassung: Fallstudien und kontrollierte klinische Studien deuten darauf hin, dass hypnotische Analgesie die Schmerzen von Patienten mit einer Reihe von verschiedenen chronischen Schmerzzuständen wirksam reduzieren kann. Allerdings können wir derzeit nicht schlussfolgern, dass hypnotische Analgesie einen spezifischen Effekt bei chronischem Schmerz hat, der über das übliche Maß einer glaubhaften Plazebo-Intervention hinausgeht, denn keine der bisher publizierten Studien verfügte über eine zuverlässige Kontrollbedingung, welche Erwartungseffekte angemessen kontrolliert hätte. Dieser Artikel beschreibt (a) die Arten von Kontrollbedingungen, welche in klinischen Studien zur hypnotischen Analgesie verwendet wurden oder noch eingesetzt werden könnten, gibt (b) einen Überblick über deren jeweilige Stärken und Schwächen und endet (c) mit spezifischen Empfehlungen, welche Forscher berücksichtigen sollten wenn sie klinische Studien zur hypnotischen Analgesie planen.

 

Hypnotische Analgesie zur Behandlung von chronischem Schmerz bei Menschen mit körperlichen Behinderungen: Eine „Fallreihe“
Mark P. Jensen, Marisol A. Hanley, Joyce M. Engel, Joan M. Romano, Joseph Barber, Diana D. Cardenas, George H. Kraft, Amy J. Hoffman, and David R. Patterson

Zusammenfassung: Dreiunddreißig Erwachsene mit chronischen Schmerzen und einer Körperbehinderung wurden mit hypnotischen Analgesiesuggestionen behandelt. Die Analysen zeigten signifikante vorher-nachher-Veränderungen in der durchschnittlichen Schmerzintensität, die auch bei einem drei-Monats- Follow-up beibehalten wurden. Signifikante Veränderungen wurden außerdem bei der Unannehmlichkeit des Schmerzes und der wahrgenommenen Kontrolle über den Schmerz beobachtet, jedoch nicht bei der Störung durch die Schmerzen oder bei depressiven Symptomen. Hypnotisierbarkeit, Häufigkeit der Behandlung (z. B. täglich bis zu wöchentlich) und anfängliches Ansprechen auf die Behandlung hingen nicht signifikant mit dem Therapieergebnis zusammen. Die Therapieerfolgserwartungen, erhoben nach der ersten Sitzung, wiesen einen moderaten Zusammenhang zum Ergebnis auf. Die Ergebnisse befürworten den Einsatz von hypnotischer Analgesie bei der Behandlung von Patienten mit Körperbehinderung für einige Patienten, allerdings nicht den Einsatz von Maßen der Hypnotisierbarkeit oder Erfolgserwartung vor der Therapie zum Zwecke der Auswahl von Patienten für die Behandlung.

 
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