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October 2004 - German PDF Print E-mail


The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 52, Number 4 - October 2004 - German

 

Neue Forschungsergebnisse
Michael R. Nash

Zusammenfassung: Es wird ein Überblick über 3 Artikel aus allgemeinen wissenschaftlichen und medizinischen Zeitschriften, die für Forscher und Kliniker (Praktiker) von besonders interessant sind, präsentiert. Bei allen 3 Studien handelt es sich um solide, empirisch fundierte Studien, deren Ansatz und Methodik sich jedoch unterscheiden. Die Studien sind gute Beispiele dafür, wie relevante Fragestellungen in ein passendes Design umgesetzt werden können und welche Forschungsmöglichkeiten in speziellen Settings vorliegen. In der ersten Studie geht es um Wahnvorstellungen von Fremdkontrolle im menschlichen Gehirn. Die zweite Studie befasst sich mit Mechanismen, die zur Effektivität von Hypnose bei der Behandlung von Colon irritabile beitragen. Bei der dritten Studie handelt es sich um eine geschickte N=1-Fallstudie der Behandlung eines Teenagers mit motorischen und vokalen Tics. Zusammengenommen illustrieren diese drei Studien die Verschiedenheit von Forschungsdesigns, die zur Untersuchung wichtiger Fragestellungen in Theorie und Praxis verwendet werden können.

 

Strategien der Schmerzreduktion in hypnotischem Kontext und unter Hypnose: ERP und SCR während einer zusätzlichen auditorischen Aufgabe.
Vilfredo De Pascalis, Anna Bellusci, Carlo Gallo, Maria Rosaria Magurano und Andrew C.N. Chen

Zusammenfassung: 10 hoch-, 10 durchschnittlich- und 10 geringsuggestible Versuchspersonen beurteilten ihre Schmerzen beim Eintauchen der linken Hand in Eiswasser, während sie zusätzlich eine auditorische Oddball-Aufgabe absolvierten. Alle Versuchspersonen erhielten als kognitive Strategien zur Schmerzreduktion Suggestionen zu dissoziativen Imaginationen und fokussierter Analgesie. Folgende Variablen wurden für die auditorischen Zielreize bei der Oddball-Aufgabe erfasst: a) Reaktionszeit, b) P300-Amplitude des evozierten Potentials (ERP), c) Hautleitwertniveau (SCL) und Hautleitwertreaktionen (SCR). Fokussierte Analgesie führte bei den hochsuggestiblen Versuchspersonen, aber nicht bei den durchschnittlich- oder geringsuggestiblen Versuchspersonen, zur größten Schmerzreduktion, wobei diese die kürzesten Reaktionszeiten, größere zentrale und parietale P300-Amplituden sowie größere Hautleitwertreaktionen aufwiesen. Diese Befunde werden diskutiert im Vergleich zu den Annahmen der Theorie der dissoziierten Kontrolle, die davon ausgeht, daß die Kapazitätsbelastungen hypnotischer Suggestionen gering sind.

 

Untersuchung des Zusammmenhangs von Absorption und Hypnose: Die Bedeutung von Akquieszenz und Konsistenzmotivation
James R. Council und Joseph P. Green

Zusammenfassung: Bei der Tellegen Absorptionsskala (TAS) handelt es sich um eines der wenigen Persönlichkeitsmaße, welches mit Hypnotisierbarkeit korreliert. Allerdings fanden einige Studien, daß diese Korrelation stark von Kontexteffekten abhängt. In drei Experimenten wurden Akquieszenz (Ja-Sage- Tendenz) und Konsistenzmotivation als mögliche Faktoren von Kontexteffekten bezüglich des Zusammenhangs von Hypnose und Absorption. Die Ergebnisse weisen darauf hin, daß Akquieszenz- und Konsistenzeffekte vermutlich die Stärke des Zusammenhangs zwischen der TAS und Hypnotisierbarkeit beeinflussen.

 

Verstärkt das positive Antwortformat der TAS den Zusammenhang zwischen Absorption und Hypnosefähigkeit?
Joseph P. Green und James R. Council

Zusammenfassung: Die Suche nach Korrelaten für Hypnosefähigkeit ist weitgehend erfolglos geblieben. Die einzige Ausnahme stellt das Konstrukt „Absorption“ dar. Es konnte gezeigt werden, daß die Tellegen Absorptionsskala (TAS) mit Hypnosefähigkeit korreliert, insbesondere wenn beide Maße innerhalb des gleichen Testkontexts oder des gleichen Settings erhoben wurden. Die vorliegende Studie hatte das Ziel, zu untersuchen, ob das positive Antwortformat („trifft-zu“) der TAS den Zusammenhang zwischen Hypnosefähigkeit und Absorption größer werden lässt. Anhand einer Stichprobe von 466 Teilnehmern konnten die Autoren zeigen, daß eine positive oder negative Formulierung der Antwortvorgaben der Items keinen Einfluss auf die Korrelation zwischen TAS und Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility, Form A, hatte.

 

Akzeptanz medizinischer Hypnose bei Patienten im Bereich der Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie
Dirk Hermes, Samer G. Hakim und Peter Sieg

Zusammenfassung: Die Prognose bei chirurgischer Behandlung von Krankheiten oraler und maxillofacialer Regionen unter lokaler Anästhesie hängt üblicherweise auch von der Kooperationsbereitschaft der Patienten ab. Ein alternativer Ansatz, die Medizinische Hypnose, fand bislang im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie keine nennenswerte Verbreitung. Auch Hypnosebehandlung hängt zu einem großen Teil von der Kooperationsbereitschaft der Patienten ab und es erscheint angezeigt, Informationen bezüglich der individuellen Motivation zur Akzeptanz dieses Behandlungsansatzes zu sammeln. Der den Patienten der Abteilung vorgelegte Fragebogen bestand aus 21 Fragen. Insgesamt wurden 310 Fragebögen statistisch evaluiert. Das Ergebnis zeigt eine große Bereitschaft zur Akzeptanz medizinischer Hypnose bei Patienten im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Die Autoren schließen daraus, daß die Effektivität dieser Behandlungsoption in klinischen Studien untersuchte werden sollte.

 

Behandlung überlauten Schnarchens innerhalb einer Sitzung: Eine kurze Mitteilung
Dabney M. Ewin

Zusammenfassung: Hierbei handelt es sich um den Bericht einer Behandlung überlauten Schnarchens innerhalb von nur einer Sitzung bei einer Frau, die so laut schnarchte, daß sie zuhause in einem Hinterzimmer schlafen musste. Ihr Schnarchen trat ein Jahr später wieder auf, als ihr ein Orthopäde ein Muskelrelaxans verschrieb. Auf die Suggestion hin, dieses Geräusch nicht produzieren zu können, verschwand das Schnarchen wieder. In einem Zeitraum von vier Jahren trat es nicht mehr wieder auf.

 

A teaching model of hypnosis in psychiatric residency training
Erik Hoencamp

Zusammenfassung: Es wird ein gestuftes Hypnose-Trainingsprogramm vorgestellt, das in den Niederlanden bei angehenden Fachärzten für Psychiatrie eingesetzt wird. Hypnose wird diesen Ärzten als eine Intervention vorgestellt, die bei der Therapie verschiedener Störungen in strukturierten, zeitlich begrenzten Einheiten verwendet werden kann. Das Modell berücksichtigt dabei die vorherrschenden Vorbehalte und die Unsicherheit der angehenden Fachärzte, die der Hypnose zumeist zum ersten Mal begegnen.

 

Konfirmatorische Faktorenanalyse der Valencia-Skala zur Messung von Einstellungen und Erwartungen bezüglich Hypnose: Eine internationale Studie
Antonio Capafons, Sonia Cabañas, Begoña Espejo und Etzel Cardeña

Zusammenfassung: Anschauungen bezüglich Hypnose üben einen wichtigen Einfluss auf Bereiche wie anfänglicher Rapport und Behandlungscompliance aus. Bei der Valencia-Skala zur Messung von Einstellungen und Erwartungen bezüglich Hypnose handelt es sich um das vermutlich erste Instrument, das speziell für eine Spanisch sprechende Population entwickelt wurde. Zusätzlich zur Messung der Einstellungen, kann die Skala dazu beitragen, die Auswirkungen klinischer und experimenteller Interventionen auf die Einstellungen und Erwartungen gegenüber Hypnose zu ermitteln. Der Artikel stellt das Ergebnis eine konfirmatorischen Faktorenanalyse von Daten aus 5 verschiedenen Ländern (n = 2.402) dar. Retest-Daten wurden dabei ebenfalls erhoben. Es ergab sich eine statistische Bestätigung der 8-faktoriellen Struktur: Automatismus, Hilfe, Personale Kontrolle, Interesse, magische Lösung, Mitarbeit, Gedächtnis und Sonstiges. Außerdem wurden gute Reliabilitäten für die einzelnen Faktoren gefunden. Dabei wurden neue statistische Techniken anstelle von Cronbachs Alpha verwendet, da Cronbachs Alpha die Reliabilität unterschätzen könnte.

 

Verbesserung des Gedächtnisses durch Hypnose, fokussierte Meditation und Schließen der Augen
G.F. Wagstaff, J. Brunas-Wagstaff, J. Cole, L. Knapton, J. Winterbottom, V. Crean, J. und J. Wheatcroft

Zusammenfassung: In drei Experimenten wurden Merkmale hypnotischer Induktion untersuchtet, die bei der Entwicklung kurzer Gedächtnis- Erleichterungs-Verfahren nützlich sein könnten. Das erste Experiment beinhaltete eine Hypnoseprozedur, die die Identifikation von Gesichtern erleichtern sollte. Im zweiten Experiment wurde ein kurze Anleitung zu fokussierter Meditation verwendet, wobei die Augen entweder geschlossen werden oder offen bleiben sollten. Ziel war die Erinnerung an ein emotionales Ereignis zu verbessern. Das dritte Experiment diente zur Kontrolle einfacher Motivations- und Erwartungseffekte. Es wurden mäßige Effekte von Hypnose auf die Erinnerungsleistung gefunden, diese wurden allerdings begleitet von einer höheren subjektiven Überzeugung in die Richtigkeit falscher Erinnerungen. Augenschluss und fokussierte Meditation verbesserten den freien Abruf des Ereignisses ohne einen Anstieg in der Fehlerrate. Fokussierte Meditation verminderte die phonemische Flüssigkeit, was darauf hinweist, daß die Effektivität der fokussierten Meditation nicht auf einfache Veränderungen der Motivation oder der Erwartungen zurückgeführt werden kann.

 
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