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April 2002 - German PDF Print E-mail


The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 50, Number 2 - April 2002 - German

 

Wie Kliniker wissenschaftlich relevante Beiträge zur klinischen Ergebnisforschung leisten können: Das Einzelfall-Zeitreihendesign
Jeffrey J. Borckardt und Michael R. Nash

Kliniker sind im allgemeinen an Forschung stark interessiert, insbesondere daran, welche Interventionen Erfolg bzw. keinen Erfolg zeitigen. Jedoch allzu oft weisen sie die Vorstellung von sich, dass sie selbst relevante wissenschaftliche Beiträge zur Ergebnisliteratur leisten können. Dies ist auf die bedauerliche Annahme zurückzuführen, nur Experimente zwischen Gruppen seien aussagekräftig. Es gibt ein weiteres aussagekräftiges Experiment, das durchaus mit der routinemäßigen klinischen Praxis vereinbar ist: das Einzelfall-Zeitreihendesign. Intensive und systematische Verfolgung eines oder mehrerer Patienten über einen gewissen Zeitraum hin kann nützliche Rückschlüsse auf Wirksamkeit, Wirkung und - unter gewissen Voraussetzungen -Veränderungsmechanismen liefern. Die vorliegende Untersuchung beschreibt wie Kliniker, die mit Hypnose arbeiten, solche Forschungsarbeiten durchführen können. Es wird ein Überblick über die Grundprinzipien und wichtigen Merkmale von Zeitreihenanalysen geboten; jedes Design wird mit Hilfe von tatsächlichen Studien aus der Hypnoseliteratur erläutert; und neue Methoden der statistischen Analyse, die durchaus im Kompetenzbereich eines Klinikers liegen, werden beschrieben.

 

Die Wirksamkeit von Hypnose zur Behandlung von Pruritus bei Personen mit HIV/AIDS: Eine Zeitreihenanalyse
Julia J. Rucklidge und Douglas Saunders

Pruritus oder Juckreiz ist bei einer signifikanten Minderheit von Menschen, die mit AIDS leben, die Ursache von erheblichen Beschwerden und Leiden. Anekdotische Berichte deuten an, dass Hypnose eine nützliche Behandlungsmethode zur Leidensminderung und Besserung des Zustands sein könnte. Jedoch besteht eine deutliche Lücke im Hinblick auf empirische Untersuchungen zu dieser Frage. Die vorliegende Zeitreihenstudie berichtet Ergebnisse einer Folge von 6 Sitzungen einer Selbsthypnose-Behandlung (Entspannung, Vertiefung, Vorstellung und Anwendung zu Hause) von 3 HIV-positiven Männern, die in Verbindung mit dem Fortschreiten der Krankheit bzw. HIV-Medikamenten an Pruritus litten. Nach der Behandlung berichteten alle 3 Patienten eine signifikante Reduktion der Stärke des Juckreizes tagsüber sowie eine Reduktion der Schlafstörungen, die durch Juckreiz verursacht wurden. Ein Patient erlebte auch signifikant weniger durch Juckreiz verursachtes Leiden. Ein weiterer erlebte ebenfalls signifikant weniger durch Juckreiz beeinträchtigte Zeit. Für die 2 Patienten, zu denen Daten einer Nachbefragung nach 4 Monaten verfügbar waren, blieb der Anwendungsvorteil über alle Variablen konstant oder es zeigte sich weitere Besserung.

 

Hypnose zur Kontrolle von mit HIV/AIDS verbundenen Schmerzen
Mark Christopher Langenfeld, Ennio Cipani und Jeffrey J. Borckardt

Diese intensive Fallstudie untersuchte mit Hilfe einer A-B-Zeitreihenanalyse, ob 5 erwachsene Patienten mit unterschiedlichen, mit AIDS verbundenen Schmerzsymptomen durch hypnotherapeutisches Schmerzmanagement Linderung erfuhren. Die drei abhängigen Variablen dieser Studie waren: (a) Selbstbewertung der Stärke der Schmerzen, (b) Selbstbewertung der Zeit (als Prozentsatz), die durch Schmerzen beeinträchtigt wurde und (c) Menge der Schmerzmittel, die nach Bedarf ("PRN") genommen wurden. Die Daten wurden über einen Zeitraum von 12 Wochen einschließlich einer 1-wöchigen Baselinephase und einer 11-wöchigen Behandlungsphase gesammelt. Durch ARIMA-Analyse (autoregressive integrated moving-average) einer Zeitreihe wurde der über die autoregressiven Datenkomponenten hinausgehende Effekt der Hypnoseintervention bestimmt. Aufgrund der Hypnoseintervention zeigten alle 5 Patienten signifikante Besserung in Bezug auf mindestens eine der drei abhängigen Variablen. Vier der 5 Patienten berichteten bedeutend weniger Gebrauch von Schmerzmitteln während der Behandlungsphase.

 

Eine Fallstudie zur Untersuchung der Wirksamkeit einer multimodalen psychotherapeutischen Intervention bei Bluthochdruck
Jeffrey J. Borckardt

Diese Studie untersucht die Wirksamkeit eines multimodalen psychotherapeutischen Ansatzes mit Anwendung von Hypnose bei einer Einzelbehandlung von Bluthochdruck. Der Ansatz beinhaltete systematische eklektische Konzeptualisierung und Behandlung und schloss psychodynamische, verhaltensmäßige, und kognitiv-behavioristische Behandlungsformen ein. Die einzelnen Behandlungsformen wurden durch Hypnose unterstützt. Durch Zeitreihenanalyse wird gezeigt, dass die psychologischen Interventionen mit signifikant reduziertem diastolischem Blutdruck assoziiert waren. Außerdem ging der Effekt der psychologischen Interventionen signifikant über die konventionellen pharmakologischen Interventionen hinaus. Jedoch hatten die psychotherapeutischen Interventionen keinen wesentlichen Einfluss auf den systolischen Blutdruck. Die Flexibilität von Hypnose als Therapiebegleitung wird im Hinblick auf potenzielle Behandlungsvorteile diskutiert. 

 
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