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January 2002 - German PDF Print E-mail


The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 50, Number 1 - January 2002 - German

 

Skalen der Hypnosesuggestibilität: Werden die Mittelwerte höher?
Grant Benham, Norris Smith und Michael R. Nash

Zusammenfassung: Die Stanford Hypnotic Susceptibility Scale, Form C (SHSS:C), die vor 37 Jahren entwickelt und benannt wurde, gilt weitgehend als „Goldstandard" der Skalen der Hypnosesuggestibilität. Einige Forscher haben jedoch den Eindruck, dass die jetzigen Mittelwerte auf der SHSS:C höher sind als die früherer Jahre. Die Verfasser untersuchen in einer übergreifenden Analyse die Anwendung der SHSS:C-Skala über einem Zeitraum von 4 Jahrzehnten. Die Befunde weisen eine signifikante Linearbeziehung zwischen Jahr und SHSS:C-Werten nach, wobei die höheren Mittelwerte in den späteren Jahren festgestellt werden. Eine ähnliche Analyse von Untersuchungen der Harvard Gruppenskala der Hypnosesuggestibilität, Form A (HGSHS:A), wird ebenfalls berichtet. Gegenwärtig kann über die Mechanismen, die diesem Trend zugrunde liegen, nur spekuliert werden, jedoch zeigen diese Befunde, dass die Verwendung von örtlichen Kontrollgruppen bei Untersuchungen zu Suggestibilität wichtig ist.

 

Kurze Hypnose vor der Operation vermindert Leidensdruck und Schmerz der Patientinnen bei Exzisionsbiopsie der Brust
Guy H. Montgomery, Christina R. Weltz, Megan Seltz und Dana H. Bovbjerg

Zusammenfassung: Alljährlich werden bei hunderttausenden von Frauen zur Abklärung einer Diagnose Exzisionsbiopsien der Brust durchgeführt. Diese Patientinnen erleben nicht nur die mit dem Eingriff verbundenen Schmerzen, sondern auch den durch Verdacht auf Krebs ausgelösten Leidensdruck. Hypnose ist zwar im Zusammenhang mit anderen operativen Eingriffen bei Schmerzbewältigung als effektiv nachgewiesen, aber Patientinnen mit Brustoperationen wurden bisher wenig beachtet. Zur Feststellung des Effekts einer kurzen Hypnose vor der Operation auf Schmerz und Leidensdruck dieser Patientinnen nach der Operation und zur Erforschung der möglichen vermittelnden Mechanismen dieses Effekts wurden 20 Patientinnen mit Exzisionsbiopsie der Brust randomisiert einer Hypnose-Gruppe und einer Kontrollgruppe (Standardbehandlung) zugewiesen. Bei Hypnose waren postoperativer Schmerz und Leidensdruck reduziert. Erste Befunde deuten an, dass die Wirkung der Hypnose durch Erwartungen vor der Operation beeinflusst wurde.

 

Hypnotisierbarkeit und Traumasymptome bei Brandverletzung
Katherine N. DuHamel, JoAnn Difede, Frederick Foley und Marcia Greenleaf

Zusammenfassung: Diese Untersuchung befasst sich mit der Assoziation von Traumasymptomen und Hypnotisierbarkeit bei 43 stationär behandelten brandverletzten Patienten. In einem Zeitraum von 3 bis 17 Tagen nach der Brandverletzung bewerteten die Teilnehmer die Häufigkeit von Symptomen des Wiedererlebens und von Vermeidungssymptomen, und sie wurden über posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) gemäß dem Structured-Clinical-Interview nach den Kriterien von DSM-III-R (SCID) interviewt. Außerdem wurde das Hypnotic Induction Profile (HIP) in der stationären Behandlungsphase nach der Brandverletzung angewendet. Die Ergebnisse deuten Folgendes an: Bei Gruppierung der Teilnehmer nach niedrig-, mittel-, und hochsuggestiblen Kategorien wurde hohe Hypnotisierbarkeit mit mehr Symptomen von Wiedererleben, Vermeidung und Erregtheit assoziiert. Obwohl kausale Zusammenhänge in dieser Querschnittsuntersuchung nicht bestimmt werden können, deuten diese Befunde an, dass hochsuggestible Patienten möglicherweise Traumasymptome nach Brandverletzung mit größerer Häufigkeit erleben als niedrig- und mittelsuggestible.

 

Motorische Vorstellungen bei hypnotisch induzierter Armlähmung von hoch- und niedrigsuggestiblen Versuchspersonen
Karin Roelofs, Cees A. L. Hoogduin und Ger P. J Keijsers

Zusammenfassung: Bisherige Untersuchungen zu Konversionsstörungen deuten an, dass Patienten mit Hand/Armlähmung eine verlangsamte Reaktionszeit für mentale, den gelähmten Arm betreffende Hand-Rotationsaufgaben zeigen, wenn die Aufgaben explizit gestellt wurden, aber nicht, wenn sie implizit aufgerufen wurden. Aufgrund der zahlreichen Ähnlichkeiten zwischen hypnotischen Phänomenen und Konversionssymptomen untersuchten die Verfasser, ob ein ähnliches Defizit der motorischen Vorstellung bei normalen hochsuggestiblen Probanden (HH) festzustellen ist, wenn Lähmung suggeriert wird. Neun Hochsuggestible (HH) und acht Niedrigsuggestible (LH) erhielten während einer in Hypnose suggerierten Lähmung des rechten Armes eine implizite und eine explizite mentale Hand-Rotationsaufgabe. Bei der impliziten Aufgabe gab es zwischen den HHs und LHs keine signifikanten Unterschiede der Reaktionszeit (RT). Bei der expliziten Aufgabe zeigten nur die HHs eine signifikant größere Zunahme der Reaktionszeit per Grad der Rotation des gelähmten Arms im Vergleich zum normalen Arm. Diese vorläufigen Ergebnisse deuten an, dass das Defizit der motorischen Vorstellung, das bei Konversionslähmung festzustellen ist, bei Hochsuggestiblen durch Hypnose induziert werden kann.

 

Kulturelle Erwartungsmuster, Erinnerungen von Missbrauch in der Kindheit und multiple Identitäten: eine Untersuchung von Rollenspielen
Jane Stafford und Steven Jay Lynn

Zusammenfassung: Diese Untersuchung vergleicht die Berichte über satanischem, sexuellem und körperlichem Missbrauch von Personen, die angewiesen wurden, in Rollenspielen Folgendes darzustellen: entweder eine dissoziative Identitätsstörung (DID, n = 33) oder eine Depression (n = 33) oder die Rolle eines Studenten mit leichten Anpassungsproblemen („normal", n = 33). Es wurden mehrere Versuchsreihen, einschließlich Rollenspiel von Hypnose, durchgeführt. In Übereinstimmung mit der aufgestellten Hypothese berichtete eine größere Anzahl der Teilnehmer aus der Gruppe, die DID als Rollenspiel ausführte, wenigstens ein Vorkommnis von satanischem rituellem Missbrauch und sexuellem Missbrauch, im Vergleich zu den Gruppen, die Depression oder Studenten mit leichten Anpassungsproblemen als Rolle spielten. DID-Rollenspieler berichteten mehr Vorkommnisse von sexuellem Missbrauch und schwerwiegenderen körperlichen und sexuellen Missbrauch als die Teilnehmer der Gruppe, die Depression als Rolle spielten. Außerdem unterschieden sich die DID-Rollenspieler von den „normalen" Rollenspielern bei allen Maßen der Häufigkeit und Schwere des körperlichen und sexuellen Missbrauchs. Die Teilnehmer aller Gruppen berichteten häufigere und schwerere Inzidenz von körperlichem Missbrauch nach dem Rollenspiel von Hypnose als davor. 

 
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