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April 2007 - German PDF Print E-mail

 

The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Volume 55, Number 2 - April 2007 - German

 

Was wir unter empirischer Validierung in der Hypnosetherapie verstehen sollten: Evidenzbasierte Praxis in Klinischer Hypnose
Assen Alladin, Linda Sabatini und Jon K. Amundson

Zusammenfassung: Diesel Artikel gibt einen Überblick über die Entwicklung und die Kontroverse um empirische Validierung in der Psychotherapie. Die empirische Validierung der Hypnosetherapie verlief parallel zur Validierungspraxis im Bereich der Psychotherapie und zur Professionalisierung der klinischen Psychologie im Allgemeinen. Diese Entwicklung der Ausarbeitung von Kriterien für gute klinische Praxis verlief ausgehend von den theoriegeleiteten klinischen Ansätzen in den 60er und 70er Jahren über die kritischen Ansätze zur Kategorisierung von empirisch gestützten Therapien in den 90er Jahren hin zum Konzept der Evidenzbasierten Praxis im Jahr 2006. Die Implikationen dieses Verlaufs in der professionellen Psychologie werden im Hinblick auf die gegenwärtigen Bestrebungen nach Validierung und empirischer Akkreditierung der Hypnose besprochen.

 

Kognitive Hypnosetherapie der Depression: Eine empirische Untersuchung
Assen Alladin und Alisha Alibhai

Zusammenfassung: Um die Effektivität von kognitiver Hypnosetherapie (Hypnose kombiniert mit kognitiver Verhaltenstherapie) für die Depressionsbehandlung zu untersuchen, wurden 84 depressive Patienten zufällig einer 16-wöchigen Behandlung mit kognitiver Hypnosetherapie oder kognitiver Verhaltenstherapie zugewiesen. Am Ende der Behandlung zeigten die Patienten beider Gruppen eine signifikante Verbesserung gegenüber den Ausgangswerten. Allerdings wiesen die Patienten aus der Gruppe „kognitive Hypnosetherapie“ signifikant stärkere Veränderungen in der Beckschen Depressionsskala, dem Beckschen Angstinventar und der Beckschen Hoffnungslosigkeitsskala auf. Berechnungen der Effektstärken ergaben, dass die Patienten der Gruppe „kognitive Hypnosetherapie“ um 6%, 5% bzw. 8% stärkere Reduktionen gegenüber der Gruppe „kognitive Verhaltenstherapie“ hinsichtlich Depression, Angst und Hoffnungslosigkeit aufwiesen. Diese Effektstärken wurden auch bei den Nachuntersuchungen nach sechs und zwölf Monaten aufrechterhalten. Bei dieser Untersuchung handelt es sich um den ersten kontrollierten Vergleich von Hypnosetherapie mit einer etablierten Therapieform für Depression,  welche die APA Kriterien einer „vermutlich wirksamen“ Behandlungsform für Depression erfüllt.

 

Einsatz von kognitiver Hypnosetherapie bei der Behandlung von Reizdarmsyndrom-induzierter Agoraphobie
William L. Golden

Zusammenfassung: Eine Vielzahl von klinischen Berichten und Forschungsergebnissen verweist auf die Effektivität von Hypnosetherapie bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms.  Darüber hinaus  existieren Studien, die die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie beim Reizdarmsyndrom belegen. Über die Integration von kognitiver Verhaltenstherapie und Hypnosetherapie bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms hingegen gibt es wenig Information, ebenso wie bezüglich der Reizdarmsyndrom-induzierten Agoraphobie. Dieser Artikel beschreibt Ätiologie und Behandlung der Reizdarmsyndrom-induzierten Agoraphobie. Kognitive, behaviorale und hypnosetherapeutische Techniken werden integriert, um ein effektives kognitiv-behavioral-hypnosetherapeutisches Vorgehen (KBH) für die Reizdarmsyndrom-induzierte Agoraphobie zu entwickeln. Dieser KBH-Ansatz für die Behandlung der Reizdarmsyndrom-induzierten Agoraphobie wird beschrieben und zusammen mit klinischen Daten vorgestellt.

 

Überblick über die Wirksamkeit von Klinischer Hypnose bei Kopfschmerzen und Migräne
D. Corydon Hammond

Zusammenfassung: Die 12-köpfige Kommission des National Institute of Health Technology Assessment für die Integration von behavioralen und entspannungsorientierten Ansätzen bei der Behandlung von chronischem Schmerz und Insomnie (1996) hat die Forschungsergebnisse hinsichtlich des Einsatzes von Hypnose bei Krebsschmerzen beurteilt und festgestellt dass die  Beweislage sehr günstig sei. Darüber hinaus gebe es weitere Hinweise für die Effektivität von Hypnose bei einigen Formen von chronischem Schmerz, darunter Spannungskopfschmerzen. Dieser Bericht liefert einen aktualisierten Überblick über die vorhandene Literatur hinsichtlich der Wirksamkeit von Hypnose bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne und kommt zu dem Schluss, dass Hypnose die klinisch-psychologischen Forschungskriterien einer gut etablierten und wirksamen Therapieform erfüllt. Zugleich ist Hypnose praktisch frei von Nebenwirkungen, Risiken von ungünstigen Reaktionen  und den laufenden Kosten pharmakologischer Behandlungen.

 

Hypnotisch unterstütze Behandlung der Zwangsstörung: Ist Evidenzbasierung möglich?
Claire Frederick

Zusammenfassung: Ausführliche Richtlinien zur Behandlung der Zwangsstörung existieren für die pharmakologische Therapie, die Verhaltenstherapie und die Kognitive Therapie. Ungeachtet dessen gibt es einen bedeutsamen Anteil von Patienten, dessen Symptomatik sich gegenüber den Standardtherapieformen  relativ unempfänglich  ist. Gründe für diesen Sachverhalt könnten die phänotypische Heterogenität der Störung oder die hohen Komorbiditätsraten sein. Untersuchungen zeigen, dass die Zwangsstörung mit stärkerer Dissoziation einhergeht. Dieser Artikel beleuchtet  die notwendigen Schritte für die Etablierung evidenzbasierter hypnosetherapeutisch unterstützter Therapieformen für behandlungsresistente Zwangsstörungen. Er liefert eine Einleitung zur Komplexität der Probleme bei der Behandlung von Zwangsstörungen und begutachtet sowohl Chancen als auch Schwierigkeiten für die Erstellung einer Evidenzgrundlage für hypnosetherapeutisch unterstützte Therapieansätze.

 

Hypnose in der Behandlung posttraumatischer Krankheitsbilder: Ein evidenzbasierter Ansatz
Steven Jay Lynn und Etzel Cardeña

Zusammenfassung:  Dieser Artikel beurteilt die Forschungslage bezüglich des Einsatzes von Hypnose bei der Behandlung posttraumatischer Störungen, darunter auch der posttraumatischen Belastungsstörung. Es wird auf empirisch belegte Prinzipien und Praktiken eingegangen und dargelegt, dass Hypnose sinnvoll als unterstützende Maßnahme bei der Behandlung posttraumatischer Störungen eingesetzt werden kann. Kognitiv-behaviorale und Exposure-basierte Interventionen, welche über die beste empirische Beweislage verfügen, werden hervorgehoben und zur Illustration anhand einer Fallstudie vorgestellt.

 

Evidenzbasierte Hypnosetherapie bei Asthma: Ein kritischer Überblick
Daniel Brown

Zusammenfassung: Bei Asthma handelt es sich um eine chronische Erkrankung mit zeitweilig akuten Exazerbationen, charakteristischerweise blockierten Atemwegen, Überresponsivität und bisweilen chronischen Atemwegsentzündungen. Bei der kritischen Überprüfung der Beweislage,  insbesondere aus kontrollierten Untersuchungen zum Einsatz von Hypnose bei Asthma, zeigt sich, dass Hypnose eine vermutlich effektive Behandlungsform für Symptomschwere, für krankheitsbezogene Verhaltensweisen sowie für den Umgang mit emotionalen Zuständen, welche die Atemwegsblockierung mitbedingen, darstellt.  Hypnose ist darüber hinaus vermutlich bei der Verminderung der Atemwegsblockade wirksam und stabilisiert die Überempflindlichkeit der Atemwege bei einigen Patienten. Allerdings reicht die Beweislage nicht aus, um daraus zu schließen, ob Hypnose den asthmatischen entzündlichen Prozess beeinflusst. Vielversprechende Forschungsanstrengungen sollten an größeren Stichproben und mit verbesserten Forschungsdesigns repliziert werden, wobei besonders der Art der verwendeten hypnotischen Suggestionen Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.  Entscheidend scheint weniger zu sein, ob Hypnose zum Einsatz kommen soll, als vielmehr die Art wie dies geschieht. Zukünftige Forschung muss auf die relativen Beiträge von Erwartungen, Hypnotisierbarkeit, Induktion und der jeweiligen Suggestionen gerichtet werden.

 
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