| April 2011 - German |
|
The International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis
Verbesserung der Erinnerungsfähigkeit von Zeugen durch abgeleitete Techniken aus dem hypnotisch-investigativen Interview: Gezielte Meditation, Augenschluss-Techniken und Wiedereinsetzung des Kontextes Aufgrund einiger gut dokumentierter Probleme wurde die Hypnose als Werkzeug für forensische Interviews weitgehend durch das kognitive Interview ersetzt, wobei es auch bei letzterem Probleme in Hinblick auf Zeit und Komplexität gibt. Dieses Paper baut auf früheren Untersuchungen auf, welche belegen, dass einige der in den traditionellen hypnotischen forensischen Interviews verwendeten Verfahren vielleicht bei der Entwicklung alternativer Verfahren für den Einsatz in investigativen Interviews nützlich sein könnten. Es werden zwei Experimente beschrieben, die eine gezielte Meditation mit Augenschlusstechnik (mit Ähnlichkeiten zur herkömmlichen hypnotischen Induktion), jedoch ohne das Label Hypnose beinhalten. Im ersten Experiment wurde gezeigt, dass die gezielte Meditation vergleichbar mit einer Technik zur Kontextwiederherstellung (bzw. zum "wiederaufleben lassen") bei Kindern im Alter von 6 bis 7 zwecks Erleichterung von Erinnerungen ist, ohne jedoch zu einer Erhöhung von Fehlern oder Aufblasen Vertrauen. Im zweiten Experiment konnte gezeigt werden, dass gezielte Meditation, sofern in Kombination mit der Wiedereinsetzung des Kontextes angewandt, resistent gegen Effekte von irreführenden Angaben bei Erwachsenen ist. Die Implikationen dieser Ergebnisse werden weiter diskutiert.
Analyse elektrophysiologischer Zustandsmuster und -veränderungen während der hypnotischen Induktion Hypnose kann als eine geführte Induktion verschiedener Zustände des Bewusstseins angesehen werden. Dieser Artikel beschreibt eine Zeitreihenanalyse, die die elektrophysiologischen Zustandsveränderungen während einer Sitzung als Korrelat der entsprechenden Instruktionen darstellt. Bei einem sehr suggestiblen Probanden wurden ein 64-kanaliges EEG sowie periphere physiologische Messungen durchgeführt. Signifikante Veränderungen des Zustands traten synchron mit spezifischen Induktionsinstruktionen auf. Einige Muster, wie z.B. die sensomotorische Desynchronisation über dem Handareal der rechten Hemisphäre bei der Arm Levitation (linker Arm), könnten physiologisch erklärt werden. Es gab eine hochsignifikante Zunahme der Breitbandaktivität während der mehrstufigen Tranceinduktion, was auf einen tieferen hypnotischen Zustand hindeuten könnte. Diese Studie liefert einen illustrierten Beweis für die Nachweisbarkeit von Veränderungen des physiologischen Zustands als Korrelat verschiedener Zustände der Wahrnehmung, des Bewusstseins oder der Kognition während der Hypnose.
Klinische Verwendung eines neuartigen Audio-Kissens mit aufgenommenen Hypnotherapie-Instruktionen und Musik zur Anxiolyse während Zahnimplantat-Operationen: Eine prospektive Studie Bei 82 Zahnimplantat-Patienten wurde eine prospektive Vergleichsstudie über ein neuartiges Audio-Kissen mit aufgespieltem Hypnosetext und Entspannungsmusik durchgeführt, um die Angst über einen Zeitraum von 6 Monaten zu senken. Es wurden visuelle Analogskalen in Kombination mit dem Aachener Zahnbehandlungs-Angst-Inventar (AZI) verwendet, um die subjektiven Gefühle der Angst der Patienten zu quantifizieren. Der Blutdruck, die Herzfrequenz sowie der kapillare Sauerstoffpartialdruck wurden jeweils vor, während und nach der Operation gemessen. Die AZI-Werte sanken in der Hypnotherapie Gruppe (n=44) und erhöhten sich leicht in der Kontrollgruppe; die Scores unterschieden sich signifikant zwischen den Gruppen (p=.000). Während der Operation selbst sanken sowohl der durchschnittliche diastolische Blutdruck als auch die Herzfrequenz in der Hypnotherapie Gruppe, erhöhten sich jedoch in der Kontrollgruppe. Somit zeigte die Anwendung des Audio-Kissens mit Entspannungsmusik bei Patienten während zahnärztlicher Implantationsverfahren anxiolytische Effekte.
Hypnotische Suggestibilität, Schläfrigkeit und die subjektive Erfahrung Bei 90 Teilnehmern wurden die Beziehungen zwischen hypnotischer Suggestibilität, Schläfrigkeit und der subjektiven Erfahrung hypnotischer Suggestionen untersucht. Hierzu wurden Scores der Harvard Group Skala zur hypnotischen Suggestibilität Form A (HGSHS: A), der Karolinska Schläfrigkeitsskala (KSS), der Epworth Schläfrigkeitsskala (ESS), des Pittsburgh Schlafqualitäts-Index (PSQI) sowie des selbst entwickelten Fragebogens zu subjektiven hypnotischen Erfahrungen (QSHE) analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass hypnotische Suggestibilität sowohl mit gewöhnlicher Tagesmüdigkeit, als auch mit der Schläfrigkeit nach einem hypnotischen Verfahren korreliert. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass die subjektive Selbsteinschätzung bezüglich der Reaktion auf hypnotische Suggestionen in einigen Fällen beim Vergleich mit anderen subjektiv bewerteten Skalen wie jenen, die sich auf die Schläfrigkeit beziehen, ein nützliches Instrument sein kann.
Die Beziehung zwischen Hypnotisierbarkeit, innerem Vorstellungsvermögen und der Effizienz der neurolinguistischen Programmierung Die Subjektive Bewertung sowie autonome Variablen (Herzfrequenz, Hautleitfähigkeitsniveau Spannweite) von 19 hoch (HH) und 12 schwach (LH) hypnotisierbaren Probanden wurden verwendet, um die Realität der inneren Erfahrung während der Erinnerung an emotional neutrale, positive und negative vergangene Ereignisse in hypnotischen und nichthypnotischen experimentellen Sitzungen zu prüfen. Außerdem wurde der Einfluss der Hypnotisierbarkeit auf die Wirksamkeit der bildbasierten NLP Technik ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass die subjektiven Bewertungen der Lebendigkeit der Bilder sowie der emotionalen Intensität in beiden Sitzungen in der HH-Gruppe signifikant höher lagen als in der LH-Gruppe. Auf die Erinnerung an vergangene Ereignisse folgte nur in der HH-Gruppe eine erhöhte autonome Aktivität. Das NLP Verfahren verursachte in beiden Gruppen eine Verringerung negativer emotionaler Intensität, wobei ein Rückgang autonomer Aktivitäten nur in der HH-Gruppe und nicht in der LH-Gruppe beobachtet wurde.
Hypnose bei der Behandlung der Morgellons Krankheit: Eine Fallstudie Die Morgellons Krankheit ist ein von schmerzhaften Hautveränderungen begleiteter Zustand mit faserigen Wucherungen oberhalb der Hautoberfläche und subkutanem Brennen und Stechen, verbunden mit Symptomen der Angst, Depression, Fatigue sowie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsdefiziten. Die ätiologischen und physiologischen Grundlagen dieser Symptome sind unklar, was die Diagnose umstritten und die Behandlung schwierig macht. Es liegen noch keine etablierten Therapien für die Morgellons Krankheit vor.
Visuelle Identifizierung von haptisch erforschten Objekten bei hoch- und schwach hypnotisierbaren Probanden Hypnotisierbarkeit ist generell mit besonderen Eigenschaften der sensomotorischen Integration, dem bildlichen Vorstellungsvermögen sowie Präferenzen in der sensorischen Modalität der Bildsprache assoziiert. Die visuelle Identifizierung haptisch erforschter Objekte benötigt eine Interaktion zwischen diesen Prozessen und ist ein geeignetes Hilfsmittel, um deren modulatorischen Einfluss auf die Hypnotisierbarkeit zu untersuchen. Insgesamt nahmen 16 hoch hypnotisierbare sowie 16 schwach hypnotisierbare Probanden an der Studie teil. Bei den hoch hypnotisierbaren Probanden wurden insgesamt höhere korrekte Erkennungsraten (RF) beobachtet. RF verbesserte sich über beide Gruppen hinweg. Im Rahmen von Lerneffekten wurde eine kürzere Erkennungsdauer (RT) bei den Männern in der hoch-Gruppe und bei den Frauen in der schwach-Gruppe gefunden. Die hier gefundenen Ergebnisse sind konsistent mit den Ergebnissen der Literatur, welche darauf hinweisen, dass Hypnotisierbarkeits-Level mit spezifischen Methoden der sensorischen Integration und / oder dem Vorstellungsvermögen assoziiert sein könnten.
Übersetzung, Adaption und Validierung der >>Stanford Hypnotic Clinical Scale<< in Puerto Rico Die einzige bisher für die puertoricanische Bevölkerung übersetzte und validierte Hypnotisierbarkeits-Skala ist die Barbier Suggestibilitäts-Skala (BBS). In diesem Artikel wurde die Stanford Hypnotic Clinical Scale (SHCS) für diese Bevölkerungsgruppe übersetzt und validiert. Die übersetzte SHCS ("Escala Stanford de Hipnosis Clínica" ESHC) wurde 100 puertoricanischen Studenten einzeln vorgelegt. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Normen der ursprünglichen SHCS Stichproben und der spanischen Version des SHCS gefunden. Beide Stichproben zeigten ähnliche Verteilungen. Sowohl die interne Reliabilität als auch der Item-Diskriminierungsindex der spanischen Version waren zufriedenstellend. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die ESHC ein geeignetes Instrument darstellt, um die Hypnotisierbarkeit in der puertoricanischen Bevölkerung zu messen. |